Station 31: Entrup Lattberg

0. Empfehlung

In Entrup beim OT31 hat der Aussichts- und Museumsturm auf dem Lattberg ganzjährig geöffnet.  Bei besonderen Anlässen wird der Turmkopf angestrahlt.

1. Zuordnung

Wappen der Gemeinde Entrup (Archiv Köhne 2008)

2007 Bundesland Nordrhein-Westfalen (NW), Kreis Höxter (HX), Stadt Nieheim, Gemeinde Entrup

1835 Königreich Preußen, Regierungsbezirk Minden, Kreis Brakel, Gemeinde Entrop, Stationsstelle Ladtberg (Herbarth 1978: 46/47)

2. Namen

Entrop, Ladtberg

3. Lage, Weg zum Lattbergturm, Koordinaten, Höhe und Karten

Lage: 400 m nordwestlich der Kirche von Entrup (Luftlinie)

Zum Lattbergturm: In Entrup über die „Obere Dorfstraße“ nach Westen den „Neuen Weg“ nehmen zum Sportplatz (mit Parkplatz), rechts abbiegen und 350 m hangaufwärts zum Turm wandern.  Als weithin sichtbare Landmarke ist der Turm das neue Wahrzeichen von Entrup. Die Station Nr. 31 stand auf dem nach Nordosten angrenzenden Acker, vermutlich 100 m entfernt vom Lattbergturm.

Koordinaten Lattbergturm: 51°49'40,7" N,  09°08'17,8" O (auf dem südwestlichen Sporn des Lattbergs bei 229 m NN)

Koordinaten Station: ~ 51°49'40,9" N,  ~ 09°08'19,7" O (auf dem Gipfel des Lattbergs bei 231 m NN)

Höhe: 231 m (Katasteramt Höxter 2008 auf Nachfrage von J. Köhne)

Größere Kartenansicht

Höhenprofil der Stationen 27 bis 40: Ausschnitt aus dem Telegraphenbuch III: Abb. 5 (© MENNING et al. 2012)

Höhenprofil der Stationen 27 bis 40: Ausschnitt aus dem Telegraphenbuch III: Abb. 5 (© MENNING et al. 2012)
Druckfähige Auflösung (2000x814), 710 KB

Relief mit der Station 31 (Foto: MM 04/2012, Graphik: AH 04/2014)

Relief mit der Station 31 (Foto: MM 04/2012, Graphik: AH 04/2014)
Druckfähige Auflösung (2000x1546), 1,88 MB

4. Station

4.1 Grundstück, Gebäude und Baumeister

Grundstück:

Gebäude: Fachwerkbau

Bauherr: Ingenieurhauptmann Wittich, Garnisonsbaudirektor in Münster (Herbarth 1978: 76)

Betriebszeit: 1833 bis 1849

4.2 Personal, Ereignisse, Verkauf und Inschriftbalken

Personal und Ereignisse: Geboren wurde in der „Tellegraphenstation 31 bei Entrup“ am 3. April 1834 das eheliche Kind „Maria Louisa Mathilde“ abends um dreiviertel Neun.  Als Eltern sind der „Tellegraphist“ Franz Hasse und Elisabeth Bouishard verzeichnet.  Die Taufe nahm am 17. April 1834 in Sommersell der Pfarrer Wilhelm Neisen vor.  Als einer von mehreren Taufzeugen ist der „Tellegraphen Assistent“ Heinrich Tusch benannt (Kirchenbuch) (J. Köhne auf der Stationstafel zur Station Nr. 31).

Recherche von JK: Nach Kirchenbuch Sommersell 1830–1840, Seite 72, Verstorbene 1839, Nr. 19:
Friedrich Günther, Untertelegraphist in der Telegraphen Station Nr. 31, * ca. 15.11.1793 (errechnet), gebürtig aus Eisleben im Kreise Mannsfeld, Regierung Merseburg, † 01.07.1839, 45J 8Mo 16Tg, nachmittags 5 Uhr an Auszehrung, Begräbnis am 04.07.1839 auf dem Friedhof in Sommersell.  Er hinterlässt seine Gattin Magdalene Günther, geb. Lange, und zwei minderjährige Kinder (Pfarrer Wilhelm Neisen).
Obertelegraphist Wilhelm Stade ist Pate bei der Taufe des Sohnes des Telegraphisten Friedrich Mix, Station Nr. 29, am 3.6.1838.

Geburten 1843 Nr. 3:
Carl Friedr. Wilhelm Geileke, * 27.01.1843, ehelich, Taufe am 29.01.1843 durch Pfarrer Wilh. Neisen, Vater: Ernst Geileke, Telegraphist, Mutter: Louise Geileke, geb. Weber, Entrup, Taufzeugen: Anton Grote u. Theresia Mönnekes.  Der Telegraphist Ernst Geileke wird auch beim Eintrag 1843 Nr. 1 als Taufzeuge erwähnt!
Eine Louise Kirchhoff, geb. Weber wird bei Station Nr. 29 zweimal erwähnt: (1) bei der Taufe am 21.01.1839 der Tochter des Obertelegraphisten Carl Friedr. Heeg, (2) bei der Taufe am 11.6.1841 des Sohnes des Untertelegraphisten Ehrenfried Anders.

Verkauf:

Inschriftbalken: Ein alter Inschriftbalken des abgebrochenen Gebäudes befindet sich in der Kornkammer des Bauernhofes Struck, wo er als Unterzug dient (http://www.entruper.de/downloads/iv-6-die-optische-telegraphenstation-in-entrup.pdf)

Inschriftbalken im Bauernhof Struck, der jedoch eher nicht aus der Station 31 stammt (Foto: JK 11/2014)

Die Zuordnung des Balkens zum OT31 bezweifelt Josef Köhne u. a. auf Grund folgender gekürzter Aussage von Margret Schwarte-Amedick, Kuratorin für Schreib- und Bürotechnik am Heinz Nixdorf MuseumsForum Paderborn, vom 03.11.2014: „Ich habe meinen Kollegen – einen Experten für alte Schriften – hinzugezogen, aber auch er ist nicht klar gekommen.  Eins aber ist nach seinem Urteil dabei herausgekommen: Bei dem Balken handelt es sich um eine Zweitverwendung ...  Alte ruinierte Häuser wurden zwecks Abriss und Wiederverwendung an bauwillige Interessenten verkauft.  Die Schrift stammt nach seinem Urteil auf keinen Fall aus dem 19. Jh. sondern mindestens aus dem 17. Jh. eher aber noch früher. ... Diese Schrift hatte häufig Abkürzungen und auch Zierelemente zwischen den einzelnen Worten.  Da die Fotografie nicht gleichmäßig ausgeleuchtet ist, ist er nicht in der Lage, die Inschrift ganz zu lesen.  Einen Versuch mit allen Vorbehalten hat er dennoch gemacht: Allso Hensen (Eigenname, der auch etwas anders heißen kann) haben dis Hus geführet (nur mit ???) godt 16. Jahr und (?)…………… der Rest ist unlesbar. ...“.

4.3 Nutzung, Eigentümer, Beschilderung und Probe-Telegraphieren

Derzeitige Nutzung: Ackerland nordöstlich des Lattbergturms

Eigentümer:

Beschilderung: standardisierte Stationstafel und standardisierter Wegweiser(2007)

Probe-Telegraphieren: Telegraphen-Akteure und -Sympathisanten nutzten 2010 die freie Sicht zur Station Nr. 32 Oeynhausen und sandten Signale mit Hilfe eines Spiegels.

4.4 Idee und Planung des Lattbergturms 1999/2012

1999: Im November wird im Heimatverein Entrup die Idee vorgestellt, einen Aussichts- und Telegrafenturm zu bauen.

2007: Der Aufbau eines Aussichts- und Signalturms ist greifbar nahe (R. Welling, in Köhne 2007).

2008/09 fertigt zunächst Prof. Reinhold Tobey von der FH Lippe einen Vorentwurf mit einer dreieckigen Grundform.  Diesen formt und konkretisiert später Jens Boesenhagen in seiner Master-Arbeit zu einem Achteck.  Hierbei sind insbesondere der konstruktive Holzschutz, das Budget und die Ästhetik wichtig.

2010: Endgültige Gewissheit über den Bau des Turms schafft ein Artikel in der Neuen Westfälischen Zeitung, Höxter, am 03.08.2010.  Der Artikel würdigt auch die zähen Bemühungen des Turmvaters, Josef Köhne aus Entrup.

2011 konstruiert die Architektin Kirsten Ahlemeyer aus Entrup einen quadratischen Turm mit drei vorkragenden Balkonen.

2012 gebaut wird schließlich ein schlichter quadratischer Turm nach Jens Kickler & Jens Boesenhagen.

Von der Kreisverwaltung Höxter ist Amtsleiter Hans-Werner Gorzolka für den Bau des Turms zuständig.

4.5 Maße, Akteure und Bau des Turms 2011/12

Der „Aussichts- und Telegrafenturm“ hat 8 Stockwerke mit einer Höhe von je 3 m.  Das oberste Stockwerk ist eine frei zugängliche Aussichtsplattform, deren Boden 21 m über dem Fundament liegt.  Das Dach in 24 m Höhe ist ebenfalls als (zweite) Aussichtsplattform ausgebildet: diese Plattform ist nur mit einem Führer zugänglich.  Der Signalmast überragt das Dach um 9 m.  Somit beträgt die Gesamthöhe des Turmes von der Sohle bis zur Spitze 33 m.
Da der Turm nicht direkt auf der Kuppe des Lattbergs (231 m), sondern auf seinem südwestlichen Sporn bei 229 m steht, liegt die Aussichtsplattform auf dem Dach 253 m über dem Meeresspiegel (über NN).

Von der Sohle bis zur ersten Aussichtsplattform sind es 111 Stufen, bis zur zweiten Aussichtsplattform auf dem Dach folgen noch weitere 17 Stufen.  Die Holzkonstruktion wiegt insgesamt 45 t, der 12 m lange Signalmast (davon 3 m unter und 9 m über dem Dach) 1 t.  Das Stahlbetonfundament zur Verankerung und Auflage des Turmes mißt 8 mal 8 m, der Turm selbst 6,2 mal 6,2 m.

Eine Besonderheit des Turms ist die doppelte Funktion der Außenwandverkleidung aus Kerto-Funierschichtholzplatten.  Die Platten dienen einerseits dem Wetterschutz, anderseits besitzen Sie eine tragende und aussteifende Funktion für die gesamte Turmkonstruktion.  Sie wurden im Druckkessel imprägniert und sind somit ohne einen zusätzlichen Anstrich dauerhaft gegen Feuchte und Regen geschützt.  Die Platten prägen das äußere Erscheinungsbild des Turmes und bilden gleichzeitig eine Windschutz- und Ausstellungsfläche für den Innenraum. Bei der abschließenden Planung mussten, vor allem budgetbedingt, viele Änderungen umgesetzt werden.

Die statische Berechnung und die Konstruktion einschließlich der Bauleitung lag in den Händen von Prof. Dr. Jens Kickler aus Berlin vom Ingenieurbüro Dr. Kickler & Martens.  Er arbeitete sehr eng mit der ausführenden Firma, Ing. Holzbau Johannes Weber aus Brakel, zusammen.

Das Fundament baute die Firma Allerkamp & Lücking aus Brakel, die Holzkonstruktion wurde durch die Firma Weber (Brakel-Gehrden) vorgefertigt und dann vor Ort montiert.  Den Telegrafenmasten fertigte der Metallbauer Habke aus Marienmünster-Vörden.

Die treibende administrative Kraft war der Abteilungsleiter Hans-Werner Gorzolka von der Kreisverwaltung Höxter, der maßgeblich für einen reibungslosen Ablauf sorgte.

Das Turmbauprojekt wurde von der Europäischen Union (50%), dem Land Nordrhein-Westfalen (30%) sowie dem Kreis Höxter und der Stadt Nieheim (je 10%) gefördert.
Josef Köhne

Bericht von JOSEF Köhne über eine Ortsausschusssitzung in Entrup im Juli 2011 (Auszug pdf)

4.6 Die Radtour zur Turmeinweihung

2013 wurde als erstes Projekt die Rad-Rundroute „Im Reich des grünen Königs“ eröffnet.  Dieser 26 km lange Rundkurs verbindet die Städte Steinheim und Nieheim.  Er führt durch die idyllische Kulturlandschaft entlang der Auen von Emmer und Beber und vorbei an den Nieheimer Lias-Tongruben.  Hier residiert der „grüne König“, der unter strengem Schutz stehende Laubfrosch.  An lauen Frühlingsabenden schallt sein Ruf bis zum neu errichteten „Telegrafenturm“ bei Entrup („Lattbergturm“), der ebenfalls an der Strecke liegt (http://www.kulturland.org/Aktiv/Radfahren/Touren-Tipps-von-20-65-km/Touren-Tipp-11-Im-Reich-des-gruenen-Koenigs/Tour-11-Nieheim-Im-Reich-des-gruenen-Koenigs.html, 04/2013).

Die Radtour am 28.04.2013 „Im Reich der grünen Königs“ führte vom Marktplatz in Steinheim durch eine schöne Wiesenlandschaft (1) an der Emmer und (2) am Beberbach aufwärts, über (3) Felder und durch die (4) Rötheaue bis (5) zur Tongrube Nieheim (Bilder).  Wieder über (6) Felder und nochmals durch (7) die Beberbachaue ging es aufwärts via (8) Entrup zum (9) Lattberg.  Dabei verlief ein Teil der Route über den Europaradweg 1 (R1), der St. Petersburg mit der französischen Kanalküste via Kaliningrad (Königsberg), Polen, Berlin, Potsdam, Wittenberg, Höxter, Münster und Den Haag verbindet (siehe Karte).

4.7 Die Einweihung des Lattbergturms 2013

Einen Termin für die Einweihung des Turms zu finden war nicht einfach.  Aber, was lange währt wird endlich gut und so war der erwartete hohe Besuch am 28. April 2013 vollzählig zur Stelle: Die Präsidentin des Regierungsbezirks Lippe Marianne Thomann-Stahl, der Landrat des Kreises Höxter Friedhelm Spieker und der Bürgermeister von Nieheim Rainer Vidal.  Dazu kamen Telegraphenakteure aus nah und fern und vor allem zahlreiche Interessierte aus dem Kreis Höxter sowie benachbarten Kreisen.

4.8 Die Beleuchtung des Turms 2014

Am 20.09.2014 wurden am Turm mit Hilfe eines Autokrans Leuchten montiert.  Sie sollen zu besonderen Anlässen weithin sichtbares Licht spenden.  Ehrenamtlich aktiv waren bei der Montage Josef Köhne vom Verein zur Förderung der historischen Telegrafie in Entrup e. V. und Simon Struck, Sohn des Leuchtenherstellers Struck aus Steinheim.  Den Förderern (1) BeSte Stadtwerke, (2) Uni Paderborn und (3) Firma Struck Leuchten wird am 29.11.2014 für ihre Unterstützung gedankt werden.

Josef Köhne am 01.12.2014: Es wurden 20 m blaue, 10 m gelbe und 5 m weiße LED-Lichtleisten installiert sowie 2 LED Rundstrahler: (1) Die senkrechten Leuchtleisten markieren die Konturen des Turmes.  (2) Die horizontalen gelben Leuchten unter dem Dach symbolisieren das Kerzen- oder Petroleumlicht der einstigen Telegrafistenstube.  (3) Die runden Eckleuchten zeigen die Signalrichtungen an, nach denen gesendet und aus denen empfangen wurde.  (4) Die weiße senkrechte Leuchte auf dem Dach kennzeichnet den Signalmast.  (5) Die beiden seitlichen, waagerecht und geneigt angebrachten Leuchten stehen für die Indikatoren.

Die von der Kunststudentin Julia Koop im Studienseminar der Kunstdozentin Susanne Henning entworfene Illumination leuchtet während der Adventszeit vom Einbruch der Dunkelheit bis 23.30 Uhr und im Laufe des Jahres bei festlichen Veranstaltungen in Entrup und den umliegenden Gemeinden der Städte Nieheim, Marienmünster und Steinheim.

4.9 „Toni“ im Turm 2015

Die Anziehungskraft des Lattbergturms ist 2015 nochmals enorm gesteigert worden.  Das außergewöhnliche Skelett eines 4 m langen Sauriers, genannt „Toni“, ziert und bereichert den Turm seit dem April 2015 (Bilder)!  „Toni“ ist ein Plesiosaurier (Schwimmsaurier), der im Frühen Jura (Lias) hier lebte.  Sein versteinertes Skelett wurde aus dem nahen Tontagebau Sommersell geborgen (siehe Punkt 5.2; Lage der Grube in Punkt 5.1: Bild 2) und in Münster am LWL (Landesmuseum Westfalen-Lippe) fachmännisch präpariert.

Der repräsentative Schaukasten mit Toni wird ergänzt durch kleinere Schautafeln, u. a. zur Geologie (1) des Keupers (237 bis 202 Millionen Jahre), (2) des Quartärs (2,6 Millionen Jahre bis heute) und (3) der letzten Warmzeit (Eem: 127 000 bis 115 000 Jahre) und Kaltzeit (Weichsel: 115 000 bis 10 700 Jahre) (Bilder).

5. Umgebung

5.1 Geographie

Die Station Nr. 31 ist die mittlere Telegraphenstation zwischen den Stationen 1 Berlin und 61 Koblenz.  Nach Kilometern liegt der Mittelpunkt der Linie allerdings näher an der Weser, nämlich zwischen den Stationen 28 Bevern-Warbsen und 29 Bödexen bei Kilometer 294 (von Berlin gerechnet; die Linie ist 588 km lang, siehe TBIII: Abb. 5).

Der Lattbergturm bietet einen grandiosen Blick auf die Abtei Marienmünster, den Köterberg (497 m hoch, 13 km entfernt), die Schwalenburg und das Hermannsdenkmal bei Detmold im Teutoburger Wald in 18 km Entfernung.

Ein chrakteristisches Strukturelement der ländlichen Landschaft sind Hecken (Bilder dazu bei der Station Nr. 32).
Bilder aus Meisterhand unter http://www.ruengener.eu/aussicht/aussicht_index.html

 5.2 Geologie

Die Station Nr. 31 auf dem Lattberg liegt in einem Gebiet mit Schichten, die während des Mesozoikums, dem Erdmittelalter, entstanden.  Das Erdmittelalter beginnt mit der Trias, ihr folgt der Jura und es endet mit der Kreide.  Die Schichten wurden später während der saxonischen Deformation stark zerstückelt (siehe Kasten) (MM).

Die Station Nr. 31 liegt auf Schichten des Oberen Muschelkalks (= Mittlere Germanische Trias) im Falkenhagen-Grabensystem (siehe Großbild mit geologischer Karte).  Diese Schichten gehören zur Trochitenkalk-Formation (Siegfried Schubert, schriftl. Mitt. 02/2010), die ca. 238 Millionen Jahre alt ist (www.stratigraphie.de/std2002/download/STD2002_large.pdf)

Die tektonische Verformung, die HANS STILLE „saxonisch“ nannte, zerbricht die zunächst horizontal lagernden Schichten und richtet sie mehr oder weniger schräg auf, faltet sie jedoch nicht wie die „alpinotype“ Verformung, die die Alpen, den Kaukasus, den Himalaja, die Rocky Mountains und die Anden prägt.


In dem Tontagebau von Sommersell entdeckte 2007 der Student Sönke Simonsen im Lias [Früher Jura, untere Pliensbachium-Stufe, www.stratigraphie.de] eine knapp 190 Mio. Jahre alte, vier Meter lange Paddelechse, der nur der Kopf fehlt.  Bearbeitet wurde der Fund durch den Privatwissenschaftler und Paläontologen Siegfried Schubert.  Der Abbau liegt zwischen dem Lattberg und der Abtei von Marienmünster (Bilder).
Schubert, S. (2010): Gologische Erkenntnisse aus den Tongruben bei Sommersell, Stadt Nieheim. – Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Heft 74; Münster.
Siegfried Schubert h-s-s@t-online.de

Geologische Karte 1:25 000: die Station Nr. 31 liegt auf Oberem Muschelkalk (© Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen, Krefeld, Beschaffung: JK, Präparation: AH)

Dieser Schwimmsaurier (Plesiosaurus), genannt "Toni", lebte vor rund 190 Millionen Jahren im Frühen Jura (Lias), als ein flaches Meer große Teile Deutschlands und Mittel- und Westeuropas überflutet hatte. Im Frühjahr 2015 soll ein Abdruck seines versteinerten Skeletts im Lattbergturm als Dauerleihgabe des Landesmuseums Lippe (LWL) ausgestellt werden"(© LWL-Museum Münster für Naturkunde, Präparator: MANFRED SCHLÖSSER, Foto: C. OBLONCZYK, http://www.lwl.org/LWL/Kultur/lwl-naturkunde/portal/).

5.3 Geschichte, Kultur, Bildung, Sehenswürdigkeiten und Tourismus

2012 gewann Entrup im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ eine Silbermedaille.

1289 wird Entrup erstmalig erwähnt.  In der Gemarkung gab es jedoch schon viel früher Ansiedlungen, die als sogenannte Wüstungen bekannt sind.  Gefunden wurde vor einigen Jahren ein 60.000 Jahre alter Faustkeil. Touristisch ist der Ort in das „Kulturland Kreis Höxter“ und das Tourismuskonzept der Stadt Nieheim eingebunden.  Nur wenige Fahrminuten entfernt liegen die Abtei Marienmünster mit einer der schönsten Orgeln Deutschlands (Station 30), das Hermannsdenkmal (Station 33), das Westfälische Freilichtmuseum Detmold (Station 33), die Externsteine (Station 33) und das Kloster Corvey (Station 28).  Über den Europa-Radweg 1 (R1) sind zahlreiche Sehenswürdigkeiten mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen.  In Marienmünster finden regelmäßig Konzerte mit erstklassigen Interpreten statt.

Die Städte Nieheim und Steinheim zählen zu den Hochburgen des ostwestfälischen Karnevals.

Schloß Tienhausen (de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Thienhausen)

5.4 Gewerbe und Produkte

Im 350 Einwohner zählenden Entrup ist neben 2 Vollerwerbslandwirten das „heimische“ Handwerk (Bauunternehmen, Schreiner, Raumausstatter, Frisör etc.) zu finden.  Gewerbe- und Industriebgebiete der Städte Steinheim und Nieheim sind in wenigen Minuten zu erreichen.  Hier sind bekannte Möbelhersteller und Fahrzeugbauer angesiedelt.

5.5 Gaststätten

Entrup: Gasthaus Claes, Kirchweg 5, 33039 Nieheim-Entrup,  Mi.–Sa. ab 17.30,  So. + Feiertage ab 11.00;  Tel 05 74 – 6 88
www.gasthaus-claes.de

Nieheim Pizzeria Ristorante da Giovanni, Nieheimer Käsewirt, Maestro dell´Espresso, leckere und preiswerte Speisen, Marktstraße 29, 33039 Nieheim, Di. bis Do. ab 17.30, Fr. bis So. 12 bis 14 Uhr und ab 17.30, Mo. Ruhetag, Tel. 052 74 – 86 71, www.pizzeria-giovanni.de

6. Kontakt

Verein zur Förderung der historischen Telegrafie in Entrup e.V.:
- Josef Köhne (Vorsitzender), Hannekenpatt 23, 33039 Nieheim-Entrup, Tel. 052 74 – 83 53, josef.koehne@gmx.de
- Uwe Dammeier (Geschäftsführer), Laueberg 2, 33039 Nieheim-Entrup, Tel. 052 74 – 95 35 95, uwedammeier@web.de

7. Information

7.1 Internet

www.nieheim.de

7.2 Schriften

Köhne, J. (2007): Bewegung auf der ganzen Linie. – In: Neue Westfälische Höxtersche Kreiszeitung, 13.09.2007; Höxter.

Schubert, S. (2010): Gologische Erkenntnisse aus den Tongruben bei Sommersell, Stadt Nieheim. – Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Heft 74; Münster.

8. Öffnungszeiten

9. Zu den Nachbarstationen

Luftlinie: 6,8 km zur Station Nr. 32 Oeynhausen und 5,9 km zur Station Nr. 30 Vörden (TBIII: Tab. 2)
Mit dem Fahrrad benötigt man zu den Nachbarstationen nicht mehr als 40 Minuten, mit dem Auto gut 10 Minuten und zu Fuß 2 h zur Station Vörden und 2,5 h zur Station Oeynhausen.

Telegraphenradweg:

Telegraphenstraße:

Von der Station 31 zur Station 32: Entrup – Oeynhausen (Entwurf: K. Heinemann)

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