Seite 5 des Internetauftritts: Station 4 Potsdam Telegraphenberg

Das Wappen von Potsdam

5.1 Ereignisse 2017

Vorführung der Telegraphenattrappe „Offener Telegraph“ an den Sonntagen von April bis September, jeweils 14 - 17.00 Uhr mit den entsprechenden Verantwortlichkeiten:
30. April
(B. und E. Lewerenz), 28. Mai (H. Paech), 25. Juni (M. Stolz und H. Grunwaldt), 30. Juli (M. Menning), 27. August (H. Paech), 24. September (A. Lachmann)

Darüberhinaus 2 Mal geöffnet:
(1) Sonnabend, 24. Juni: Lange Nacht der Wissenschaften von 17 bis 24 Uhr
(2) Sonntag, 10. September: Tag des offenen Denkmals

Jeweils betreut von der Interessengemeinschaft Potsdam (IG4)

Die folgende Bildergalerie zeigt ein paar Impressionen von der "Langen Nacht der Wissenschaften" am GFZ 2013 und 2015.

5.2 Lage, Name, ph/f, Postadresse, Koordinaten, Höhe, Zuordnung 1835, Karten und Ansichten

Lage: Der „Berg“ befindet sich am Nordrand des „Forst Potsdam“ (www.potsdam.de), auch Potsdamer Heide genannt.  Die Heide bildet den nordöstlichen Sporn der historischen Landschaft „Zauche“ (slaw. sucha, trocken).

Die Telegrafenstation Nr. 4 befand sich auf der Kuppe des Berges, inmitten des jetzigen Wissenschaftsparks „Albert Einstein“ (im Weiteren: Park, ca. 16 ha).  Sie lag an einem nicht genau bekannten Ort zwischen den jetzigen Gebäuden A31 (Michelson-Haus) und A32 (Fotokuppel) (K. Arlt, MM).

Die Zwillinge Telegraphenberg und Brauhausberg 11/2013 von WNW von der Eisenbahnbrücke an der Neustädter Havelbucht: (1) Am Horizont links neben der Pappel die Kuppel des Großen Refraktors (A31) und der sonnenbeschienene Turm des Meteorologischen Observatoriums (A62), (2) zwischen beiden verdeckt der Telegraph, (3) davor im Mittelgrund die Halbinsel Hermannswerder, (4) links die Insel Großer Planitz und darüber der „Kreml“ (Foto: MM 09.11.2013).

Die Zwillinge Telegraphenberg und Brauhausberg 11/2013 von WNW von der Eisenbahnbrücke an der Neustädter Havelbucht: (1) Am Horizont links neben der Pappel die Kuppel des Großen Refraktors (A31) und der sonnenbeschienene Turm des Meteorologischen Observatoriums (A62), (2) zwischen beiden verdeckt der Telegraph, (3) davor im Mittelgrund die Halbinsel Hermannswerder, (4) links die Insel Großer Planitz und darüber der „Kreml“ (Foto: MM 09.11.2013).
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Name: Der liebevoll auch Berg genannte Hügel (96 m über NN) wurde früher „Brauhausberg“ bzw. „Hinterer Brauhausberg“ genannt (Arlt 2007).

Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Name Telegraphenberg 1839 in „Spaziergang durch Potsdamer Umgebungen“ (S. 68, 76), erschienen in der Stuhrschen Buchhandlung Berlin & Potsdam (Arlt, mdl. Mitt. 18.06.2009).

ph statt f: Wir schreiben hier „Telegraph“ mit ph: Alle sieben Beteiligten aus Berlin und den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt votierten bei einer Abstimmung per Internet 12/2009 dafür, Telegraphenradweg mit ph zu schreiben und das ph auch anderweitig bevorzugt zu nutzen.  Mit ph wird der Telegraphenberg auch auf der amtlichen Topographischen Karte im Maßstab 1:25 000 (TK25) der Geobasis des Landes Brandenburg geschrieben!

Postadresse: Telegrafenberg, 14473 Potsdam

Koordinaten: 52°22 50,6" N,  13°03 49,0" O (nach dem Preußischen Urmesstischblatt Nr. 3644 Potsdam von 1835 (Beschaffung AS)


Höhe
: 96 m (höchster Punkt 10 m südlich der Fotokuppel A32, 5 m südlich der Telegrafenattrappe);  93,5 m (Geobasisinformation, Plateau mit dem Astrophysikalischen Hauptobservatorium)

Höhenprofil der Stationen 1 bis 13: Ausschnitt aus dem Telegraphenbuch III: Abb. 5 (© MENNING et al. 2012)

Höhenprofil der Stationen 1 bis 13: Ausschnitt aus dem Telegraphenbuch III: Abb. 5 (© MENNING et al. 2012)
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Zuordnung 1835: Königreich Preußen, Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Zauch-Belzig, Stationsnummer 4 (Herbarth 1978: 46/47)

Potsdam ist seit 1990 wieder die Hauptstadt des Landes Brandenburg (ca. 29 000 km2, ca. 2,5 Mill. Einwohner).

5.3 Anfahrt, Parken, Eintritt und Weg im Park

5.3.1 Mit der Bahn nach Potsdam

Die Regionalbahn 1 (RB 1) fährt alle halbe Stunde von Berlin und Brandenburg a. d. H. bzw. Magdeburg zum Potsdamer Hauptbahnhof.  Die S-Bahn von Berlin kommt alle 10 Minuten auf paralleler Schiene.

5.3.2 Zu Fuß vom Hauptbahnhof zum Wissenschaftspark

(1) Nach Süden den Bahnhof zur Straßenbahn hin verlassen und dabei leicht links halten, (2) die Straßenbahngleise, (3) die Busbahnsteige, (4) die F.-Engels-Straße und (5) die H.-Mann-Allee queren und (6) die Albert-Einstein-Straße knapp 1000 m hochgehen bis zur Pforte des Parks.  Der Fußmarsch dauert 15 bis 20 Minuten.

5.3.3 Mit dem Bus 691 vom Hauptbahnhof auf den Berg

Der Bus 691 verkehrt zwischen Hauptbahnhof (Bussteig 7) und Park von Montag bis Freitag von 6.44 bis 9.14 Uhr und von 15.14 bis 18.14 Uhr alle halbe Stunde.

5.3.4 Motorisiert

(1) von der A10, AS 17 Michendorf, (2) B2, (3) 300 m nach dem Ortseingangsschild „Potsdam“ halbrechts auf der Straße „Am Brauhausberg“ 500 m, (4) an der 1. Ampel nach rechts auf der „Albert-Einstein-Straße“ 600 m (Tempo 30!), (5) vor der Pforte des Wissenschaftsparks wenden und parken.

(6) von Westen/Norden über die Lange Brücke in die Spur „A10 Leipzig, Magdeburg“, (7) am Freizeitbad (im Bau) links einordnen, (8) nach links auf der „Albert-Einstein-Straße“ 600 m (Tempo 30!), (9) vor der Pforte des Wissenschaftsparks wenden und parken.

(10) von Osten über die Nutheschnellstraße (L40) vorbei am Stern-Center (l) und der Shell-Tankstelle (r), (11) Abfahrt „A10, Leipzig, Magdeburg“ und 1200 m zum Hauptbahnhof, (12) 300°-Kehre fahren („Meyerohr“) auf die Brücke und in die Spur „A10 Leipzig, Magdeburg“, (13) am Freizeitbad (im Bau) links einordnen, (14) nach links (Wegweiser) auf der „Albert-Einstein-Straße“ 600 m (Tempo 30!), (15) vor der Pforte des Wissenschaftsparks wenden und parken.

5.3.5 Eintritt und Fußweg zur Station Nr. 4

Eintrittsgeld wird für den bei Tageslicht öffentlich zugänglichen Park nicht erhoben.

An der Pforte um den sehr schönen Plan des Wissenschaftsparks „Albert Einstein“ bitten (kostenloses A4-Blatt).  Er zeigt den 5-Minuten-Weg von der Pforte auf die Kuppe des Berges zum Nachbau des Telegraphen (von 72 m auf 96 m NN).

5.4 Die Station: Gebäude, Bauherr, Betriebszeit und Modelle

Das Stationsgebäude ist unbekannt.  Die Potsdamer Station ähnelte wohl der in Brandenburg a. d. Havel (Klaus Arlt, mdl. Mitt. 2007).

Ein Gemälde von Hintze mit Blick vom Krähenberg in Caputh nach Nordosten in Richtung Potsdam (ausgestellt im Schloß Caputh der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten im Souterrain hinter dem Fliesenzimmer) zeigt die Station deutlich inkl. Mast und Flügel (Bilder).  Danach könnte auf dem Potsdamer Telegraphenberg ein Stationsturm und nicht, wie bisher angenommen, ein Stationshäuschen gestanden haben.  Es ist aber ungewiß, wie realistisch die Darstellung von Hintze ist (H.-J. Paech 2009).

Zur Frage Turm oder Haus zitiert Hammer (2007) aus der "Beschreibung der vorhandenen Telegraphen“ (Hanewald`s Verlagbuchhandlung, 1833): "Der erste Telegraph ist zu Berlin ... der letzte in Magdeburg ... aufgestellt und zwischen diesen beiden Orten in der jedesmaligen Entfernung von 1 bis 2 Meilen Telegraphenhäuser erbauet.  Ein solches Haus ist zur Wohnung für 2 Individuen ... eingerichtet und auf einem Ende des Daches ist eine hölzerne, umgitterte Plattform, unter welcher sich das Wachtzimmer befand" (PF 06/2009).

Ein zweites Gemälde von Hintze mit „Panorama vom Heineberg“ auf Potsdam (Blickrichtung Nordost) zeigt ebenfalls den Telegraphen Nr. 4 (ausgestellt im Damenflügel des Schlosses Sanssouci der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten) (Bild).

Zum Dritten ist die Station Nr. 4 dokumentiert auf einer Kratervase der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die einen Rundumblick vom Pfingstberg aus bietet, und zwar bei Blickrichtung Süd (Bild).

Damit ist die Station, soweit bekannt, zumindest aus Richtung SW, WSW und N dargestellt worden.

Bauherr war Major von Hessenthal, Commandeur, assistiert von Premier-Leutnant Buchard von der Garde-Pionier-Abteilung (Herbarth 1978: 63).

Die Kosten betrugen 1484 Thaler (Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam, in Arlt 2007).

Die Betriebszeit: war von 1832 bis 1849.

Die Telegrafisten wohnten in Potsdam.  Sie sind in den "Wohnungsanzeigern" von 1842 und 1849 nachweisbar (Klaus Arlt, mdl. Mitt. 2007).

Das Modell von Eugen Chill (1954, in Herbarth 1978: 67) entspricht eher nicht ganz dem historischen Vorbild: Die Station Nr. 4 ähnelte wohl eher der Station Nr. 7, wie sie Bott auf seinem Gemälde dargestellt hat (Klaus Arlt, mdl. Mitt. 2007)

5.5 Die Lage der Station

Die Telegraphenstation wurde 1832 auf einer Schanze errichtet, die 1813 angelegt worden war während der Napoleonischen Befreiungskriege (Paech 2012).  Karten 1:25 000 (Bilder; weitere bei Paech 2012) spiegeln ihre Lage auf einige Dekameter genau wieder.  Danach lag die Station im SW der konvexen Schanze (Bilder).

Die Schanze wurde bereits 1813 teilweise wieder abgetragen.  Ihr Hauptteil verschwand endgültig beim Bau des Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, für den ein großes Planum in Höhe von 93,5 m geschaffen wurde.

Baupläne des Observatoriums zeigen die Umrisse der Schanze sehr genau in Relation zu den heutigen Bauten. Daraus ergibt sich, dass die Station ca. 15 m südlich des Photographischen Refraktors von 1889 gestanden haben dürfte (Bilder).

Für das erfolgreiche Nachforschen nach letzteren Bildern danken wir Hiltrud Berndt auf das Herzlichste!

5.6 Festveranstaltung 2007 „175 Jahre Optische Telegraphie in Preußen“ am 13.09.2007

Ein provisorischer mobiler Signalmast mit einem Indikator sowie eine standardisierte Stationstafel wurden anlässlich der Jubiläumsfeier „175 Jahre optische Telegrafie in Preußen 1832–1852“ am 13.09.2007 aufgestellt.  Die Tafel befindet sich nahe der ehemaligen Telegrafenstation direkt südlich des Fotographischen Refraktors, der heutigen „Fotokuppel“ (A32).

 

Berg der Wissenschaften:  Seit 175 Jahren Forschung auf dem Telegrafenberg, Artikel von Antje Horn-Conrad in Potsdamer Neueste Nachrichten (PNN) vom 14.09.2007 (pdf)

5.7 Der Nachbau der Signalanlage 2008

Am 18.10.2006 präsentierte Albert Schwarz bei seiner Verabschiedung aus dem GFZ den Nachbau eines Signalflügels (Indikators) aus Holz und Klaus Arlt hielt einen Vortrag zur optischen Telegraphie in Preußen.

Der Nachbau eines Telegraphen mit einem hölzernen Signalmast wurde am 27.11.2008 aufgerichtet.

5.8 Die Einweihung des Nachbaus des Telegraphen 2009

5.8.1 Ausstellung, Vorträge, Ansprachen und Übungen

Plakat zur Einweihung am 19. Juni 2009

Nach 160 Jahren schwenkte der Telegraph Nr. 4 wieder seine Flügel: Am 19. Juni 2009 kamen gut 130 Personen, um den Nachbau der Signalanlage einzuweihen: Mitarbeiter der Institute auf dem Telegraphenberg, Akteure von 10 Telegraphenstationen und Mitarbeiter der Stadt, des Landes und des Bundes.

Eine kleine feine Ausstellung im Foyer des Hauses H mit 6 Postern, 8 Telegraphen-Modellen,
1 Telegraphenbaukasten und Informationsmaterialien auch von anderen Telegraphenstationen zog von früh bis spät Interessenten an.

Ab 13.00 Uhr verfolgten gut 150 Besucher zunächst Vorträge von Hans-Jürgen Paech zur Geschichte des Telegraphenbergs und seiner Umgebung sowie den Google-Earth-Flug entlang der Linie Berlin – Koblenz mit Manfred Menning.

Poster zur Station Nr. 4

Höhepunkt war natürlich die Einweihung des Telegraphen um 14.00 Uhr bei Anwesenheit von gut 130 Interessenten: Auf Kommando von Albert Schwarz stellten die Telegraphistin Birgit Lochter vom GFZ und der Telegraphist Reinhold Zabel von der Station Nr. 28 Bevern/Warbsen bei Holzminden die Frohe Botschaft: „Die Station Nr. 4 ist wiederhergestellt!“

Zuvor hatte Dr. Bernhard Raiser in seiner Rede als Leiter der Nutzergemeinschaft des Telegraphenbergs allen Akteuren herzlich gedankt und dabei auch erwähnt, dass 17 der 62 Stationen den Namen Telegraf in verschiedenen Varianten in ihrem Namen führen: Telegraf mit f (Station Nr. 37, 38, 56), Telegraph mit ph (44, 53), Telegrafenberg mit f (4), Telegraphenberg mit ph (6, 11, 13, 18, 29, 59), Am Telegraf mit f (36, 41, 48), Am Telegraph mit ph (54), Am Dellegraph mit D (58).

5.8.2 Gäste, Führung und Feier

Überraschend viele Telegraphen-Akteure von außerhalb bereicherten die Festveranstaltung.  Sie kamen von den zehn Stationen 05, 06, 07, 14, 16, 18, 28, 32, 37 und 52.  Nach dem ¼-stündigen offiziellen Festakt schlenderte ein Großteil der Interessierten zum Sommerfest 2009 des GFZ, während sich die Telegrafenakteure aus nah und fern noch nicht losreißen konnten von dem wohl gelungenen Telegraphen, ihn begossen und sich und ihre Vorhaben in der Reihenfolge der Stationen vorstellten (Bilder).

Danach führte Ludwig Grunwaldt Auswärtige und Interessierte über den Telegraphenberg und dabei auch in den Großen Refraktor (Bild).  Schließlich feierte eine muntere Schar von Telegrafenakteuren aus nah und fern zusammen mit hunderten Mitarbeitern und Gästen beim Sommerfest in bester Stimmung; die letzten gingen bei bereits empfindlicher Kühle kurz vor Mitternacht (Bilder).

Das Fernsehen des Rundfunks Berlin Brandenburg (RBB) informierte kurz in seiner Abendsendung und zeigte die Telegraphisten beim Signalisieren.

5.9 Grillen am Telegraphen 2009

Im August 2009 wurde am Telegraphen gegrillt: Bei warmem Sommerwetter, mit angestrahlter Signalanlage, bei guter Laune und in einer wunderbaren Umgebung.

5.10 Öffentlichkeitsarbeit

5.10.1 Informationsmaterial

  • Kostenlos erhältlich sind an der Pforte des Wissenschaftsparks:
    (1) Plan des Wissenschaftsparks „Albert Einstein“ (A4, von Andreas Hendrich) pdf
    (2) die Information „Optischer Telegraph Station Nr. 4“ (6 S., von Hans-Jürgen Paech) pdf

  • Kostenlos mitzunehmen aus dem Haus H aus der Auslage vor den Vortragsräumen:
    (3) Ablichtung „Preußens optische Telegraphenlinie Berlin–Koblenz.  Von der technischen Pioniertat zum kulturhistorischen Denkmal“ von Jürgen Bräunlein (2012, 6 Seiten): pdf
    (4) die Information „The Telegraphenberg in Potsdam“ (2 S., Manfred Menning 2012): pdf

5.10.2 Führungen

Am Telegraphen:
Von April bis Oktober an jedem letzten Sonntag im Monat von 14.00 bis 17.00 Uhr:
- Mitglieder der IG 4
und nach Vereinbarung:
- Alexander Lachmann, Deutsches GeoForschungsZentrum, Telegraphenberg Haus E, Tel. 03 31–288 16 66, alach@fgz-potsdam.de

Über den „Berg“ inkl. des Telegraphen (nach Vereinbarung):
-
Ludwig Grunwaldt, Deutsches GeoForschungsZentrum, Telegraphenberg Haus A17, Tel. 03 31–288 17 33 / 288 11 64, grun@gfz-potsdam.de
- Manfred Menning, Deutsches GeoForschungsZentrum, Telegraphenberg Haus A6, Zi. 102, Tel. 03 31 – 288 13 33, menne@gfz-potsdam.de

5.10.3 Internet-Auftritt der Interessengemeinschaft 4 (IG4)

Internet-Auftritt: www.optischerTelegraph4.de, Manfred Menning, Peter Dulski & Andreas Hendrich, Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ Haus A6 + Haus C, Telegraphenberg, 14473 Potsdam, Fax 03 301–288 13 02,
- menne@gfz-potsdam.de, Tel. 03 31–288 13 33
- dulski@gfz-potsdam.de, Tel. 030 – 3 66 80 18
- hendrich@gfz-potsdam.de, Tel. 03 31–288 13 39

Unsere Internet-Präsenz www.optischerTelegraph4.de stellt die gesamte Linie Berlin – Koblenz dar.  Das Einstellen der 62 Stationen begann am 19.11.2007 und wurde auf den Tag nach acht Jahren am 19.11.2015 abgerundet mit der Station Nr. 51 Köln St. Pantaleon.

5.10.4 Vorträge und Rundbriefe

Mit Vorträgen vor Ort und bei anderen Telegraphenstationen sind hunderte Personen erreicht worden.  Rundbriefe an gut 200 Personen zum Jahreswechsel informieren Akteure und Sympathisanten über herausragende Ereignisse an der Linie und Fortschritte im Internet-Auftritt der IG4.

5.10.5 Besucher und Ereignisse

Jedes Jahr kommen zahlreiche Besucher zum Telegraphen, insbesondere Gäste der Institute, Praktikanten und Vereine.  Nicht wenige Personen kommen auch zufällig vorbei bei einem Rundgang über den Berg.

5.10.6 Marlies Strohbusch 1934–2015

Marlies Strohbusch war zeitlebens eine höchst engagierte Dienerin für den Telegraphenberg, das Astrophysikalische Institut, ihre Familie und ihre ev. Kirchengemeinde St.Nikolai in Potsdam.  Überall hat sie gleichmaßen segensreich gewirkt und Spuren hinterlassen.  Auf „dem Berg“ hat sie neben ihrer Arbeit als wiss.-techn. Mitarbeiterin von Prof. Johann Wempe die Grünanlagen in Schuß gehalten zusammen mit ihrem Mann Horst, zahllosen Besuchern machte sie den großen Refraktor zugänglich und sie freute sich sehr, als der optische Telegraph zurückkam auf den Berg: 2007 zunächst mit einer standardisierten Stationstafel und 2009 mit dem Nachbau der Signalanlage (Bild).
In ihren 40 Jahren als Kirchenälteste von St. Nikolai hat sie mit dafür gesorgt, dass in der DDR benachteiligten Gemeindemitgliedern geholfen und Trost gespendet wurde, so durch das Verstecken einer Liste mit den Namen Verfolgter in der erneuerten Kuppel auf St. Nikolai in den 1970er Jahren.

Die ungekürzte, sehr treffende Ansprache von Pfarrer i. R. Wolfgang Hering zur Trauerfeier am 15. Juni 2015 in der Nikolaikirche finden sie hier: pdf

5.11 Die „Interessengemeinschaft optischer Telegraph 4“ („IG 4“)

Formell wurde die Interessengemeinschaft am 13.09.2007 gegründet, doch wurden vorbereitende Arbeiten bereits im Jahr 2006 durch Albert Schwarz initiiert.  Die IG wird von mehreren Dutzend Sympathisanten tatkräftig unterstützt.  Mitglieder sind:

5.12 Die Bedeutung der optischen Telegraphie auf dem Telegraphenberg

  • Erstes weithin sichtbares und wahrnehmbares Symbol für Technologie und Wissenschaft in Potsdam.
  • Erste (technische) Nutzung des Telegraphenbergs, Begründung einer Tradition zukunftsgewandter Aktivitäten in Wissenschaft und Technik, die bis heute anhält.
  • Beispiel für das (rasche) wieder Verschwinden obsoleter Technik.
    A. Küppers

5.13 Schriften

  • Arlt, K. (1998): Telegraphenberge haben nichts mit Chappe zu tun. – Potsdamer Neueste Nachrichten; Potsdam. [Archiv Ossing]
  • Arlt, K. (2007): 175 Jahre Telegraphenberg. Die preußische optische Telegraphenlinie 1832–1852. – Mitt. Studiengemeinschaft Sanssouci, 12, 2: 8–34; Potsdam. [ISSN 1432-9050] pdf
  • Chill, E. (1954): Modell der Telegrafenstation auf dem Telegrafenberg in Potsdam: Ausstellung „Vom alten zum neuen Potsdam“ im Heimatmuseum Potsdam.
  • Hohenstein, E. (2009): Optisches Signal. Auf dem „Wissenschaftsberg“ wurde gestern ein Nachbau des Telegraphen von 1832 eingeweiht. – Potsdamer Neueste Nachrichten, 20.06.2009; Potsdam.
  • Horn-Conrad, A. (2007): Seit 175 Jahren Forschung auf dem Telegrafenberg. – Potsdamer Neueste Nachrichten und Der Tagesspiegel Berlin, 14.09.2007. [zur Einweihung der Stationstafel]
  • Interessengemeinschaft Optischer Telegraph 4 (2007): 175 Jahre Königlich-Preußische optische Telegraphie 1832–1852. Festveranstaltung am 13.09.2007 auf dem Telegrafenberg in Potsdam. – 10 S., zahlr. Abb.; Potsdam (menne@gfz-potsdam.de).
  • Koppatz, J. (2002): Potsdam war Station Nr. 4. – Potsdamer Neueste Nachrichten, 08.10.2002; Potsdam.
  • Menning, M. & Hendrich, A. (Hrsg.) (2012): Preussens Telegraphenlinie Berlin–Koblenz und Beiträge zur Geschichte und Geologie des Potsdamer Telegraphenbergs und seiner Umgebung. Telegraphenbuch III: 184 S.; Potsdam (Selbstverlag Dr. Menning). ISBN 978-3-00-039730-1
  • Menning, M., Fuchs, P., Schwarz, A., Hendrich, A. & Sukkau, P. (2012): Preussens optisch-mechanische Telegraphenlinie Berlin – Köln – Koblenz 1832–1852. Die Lage der Stationen und ihre touristische Infrastruktur. – In: Menning, M. & Hendrich, A. (Hrsg.): Telegraphenbuch III: 6–41; Potsdam (Selbstverlag Menning). ISBN 978-3-00-039730-1
  • Paech, H.-J. (2012): Das Potsdamer Telegraphenberg-Brauhausberg-Gebiet und seine Umgebung aus historischer Sicht. – In: Menning, M. & Hendrich, A. (Hrsg.): Telegraphenbuch III: 100–181; Potsdam (Selbstverlag Menning). ISBN 978-3-00-039730-1
  • Rinza, H. (1985): Station auf dem Telegrafenberg. Erste Telegrafenlinie Preußens vor 150 Jahren fertiggestellt. – Potsdamer Neueste Nachrichten, 12/1985; Potsdam.
  • Scholze, S. (2006): Langsamer als DSL, aber schneller als Napoleon. – Helmholtz-Schüler Thomas Klingbeil und Daniel Schmidt konstruieren einen Optik-Telegrafen. – Potsdamer Neueste Nachrichten, 29.06.2007; Potsdam.
  • Weisse, R. (2012): Zur Geologie und Geographie der optisch-mechanischen Telegraphenstationen im Land Brandenburg Nr. 4 Potsdam bis Nr. 9 Zitz. –In: Menning, M. & Hendrich, A. (Hrsg): Telegraphenbuch III: 42–55; Potsdam (Selbstverlag Menning). ISBN 978-3-00-039730-1

5.14 Von der Station 4 zur Station 5

Route 1 über Baumgartenbrück und Petzow mit dem Rad:
klicke dazu ab Mitte 2016 (in Vorbereitung) „Die Seenroute-Süd“ in: http://www.optischertelegraph4.de/umgebung/Potsdam/index.html

Route 2 über Kähnsdorf und Ferch motorisiert und zu Fuß:
Findlingsgarten Seddiner See
http://www.findlinge-seddin.de/
(1) Auf der B2 15 km Richtung Leipzig bis in die Gemeinde Seddiner See, (2) links ab 2 km Richtung Kähnsdorf, (3) Findlingsgarten südlich des Großen Seddiner Sees mit prächtigen erratische Blöcken, die z. T. wunderschön angeschliffen sind (Bild).  500 m weiter in Kähnsdorf befindet sich die Gaststätte „Zur Reuse“ (http://www.zur-reuse.de/).
Aussichtsturm Wietkiekenberg bei Ferch
http://www.schwielowsee.de/tourismus/sehenswertes-kunst-kultur/sehenswuerdigkeiten-museen/76-detailseiten-sehenswuerdigkeiten/738-wietkiekenberg.html
(4) zurück zur B2 und nach rechts 1 km, (5) nach links Richtung Ferch, (6) in Ferch die Beelitzer Straße und nach rechts die Burgstraße bis zur Weggabelung kurz hinter dem Gasthof „Schwälbchen“, (7) das Fahrzeug abstellen und zu Fuß auf einem ausgeschilderten Wanderweg auf den Wietkiekenberg, der mit 125 m ü. NHN die höchste Erhebung in der Umgebung Potsdams, (8) von der Ausichtsplattform (seit 2015) phantastische Weitsicht über das Havelseengebiet und bis zum Fläming: bei klarer Luft sind die Orte der Telegraphenstationen 1 Berlin bis 8 Brandenburg-Kirchmöser gut zu bestimmen.  Das geht nur von hier! (9) Einkehr in Ferch in die Bootsklause am Ufer des Schwielowsees (http://www.gastro-bootsklause-ferch.de/).

Panoramablick vom Telegraphenberg / Fuchsberg
http://www.optischerTelegraph4.de/stationen/5/index.html
(10) In Ferch nach W auf „Dorfstraße“ und „Mühlengrund“, (11) über die K6907 und Kammerode zur L90 und nach rechts bis ins Zentrum von Glindow, (12) kurz vor der Kirche nach links in die „Glindower Dorfstraße“, (13) an Dreier-Wegegabelung in die Plötziner Straße, (14) an der nächsten Dreier-Wegegabelung parken: der „Panoramaweg Werderobst“ kreuzt hier die Plötziner Straße, (15) 500 m zu Fuß über den Panoramaweg auf den Telegraphenberg mit der nachgebildeten Signalanlage der Station 5 und einem tollen Rundumblick (Bild).  Der Berg liegt an der Nordkante der Glindower Platte.  Darüber hinaus ist er freigestellt worden nach Westen, Süden und Osten durch Erosion während der laufenden Warmzeit, dem Holozän.

Blick von der Station 5 über Werder-Glindow auf die Weichsel-zeitlichen Endmoränen mit den Stationen 3 und 4 (Foto: MM 30.04.2011, Montage: AH)

Blick von der Station 5 über Werder-Glindow auf die Weichsel-zeitlichen Endmoränen mit den Stationen 3 und 4 (Foto: MM 30.04.2011, Montage: AH)
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