Station 61: Koblenz Schloss

1. Zuordnung

Wappen Koblenz

2015 Rheinland-Pfalz (RP), Stadt Koblenz (KO), Koblenz-Neustadt (www.koblenz.de/, http://de.wikipedia.org/wiki/Koblenz)

1835 Königreich Preußen, Regierungsbezirk Coblenz, Stadt Coblenz, Stationsstelle Schloß (H78: 46)

2. Namen

Coblenz

3. Lage, Adresse, Koordinaten, Höhe und Karte

Lage: Belvedere (ital. = schöne Aussicht) auf dem südlichen Flügel des Kurfürstlichen Schlosses, direkt nördlich der Pfaffendorfer Brücke

Adresse: 56068 Koblenz-Neustadt

Koordinaten: 50°21'18" N,  07°36'07" O

Höhe des Bodens am südlichen Schloss ≈ 70,8 m ü. NN (Amt für Stadtvermessung und Bodenmanagement Koblenz 2009)

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Höhenprofil der Stationen: Ausschnitt aus dem Telegraphenbuch III: Abb. 5. Die Station Nr. 61 liegt bei nur 71 m NN, obwohl der Weg des Rheins bis zur Nordsee auf 0 m NN noch weit ist.  Bis Köln geht es nur rund 20 m bergab!

Höhenprofil der Stationen: Ausschnitt aus dem Telegraphenbuch III: Abb. 5.
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Relief mit der Station 61 (Foto: MM 04/2012, Graphik: AH 04/2014)

Relief mit der Station 61 (Foto: MM 04/2012, Graphik: AH 04/2014)
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4. Station und Schloss

4.1 Räume, Einrichtung und Betriebszeit der Station

Ahistorische Darstellung der Station 61

Räume (H78 Seite 101):
(1) 7 Stuben zur Expedition und Wohnung
(2) 1 Stube mit abgeschlossener Kammer und Küche
(3) 1 Stube mit abgeschlossener Kammer und Küche
(4) 2 Kammern
(5) 2 Schlafkammern
(6) 2 Küchen mit Bretterverschlag
(7) 1 Speisekammer
(8) 1 Waschküche mit Gatterverschlag
(9) 1 Kohlenkammer
(10) 1 Speicher mit fünf Gatterverschlägen
(11) 1 Oberservatorium
(12) 1 Abtritt

Einrichtung: 1834

Betriebszeit der Station: 1834 bis 1852

4.2 Inspektionen, Personal, Ereignis und Beschilderung der Station

Inspektionen: Die Station Nr. 61 war gleichzeitig
- Sitz der siebten Telegrapheninspektion [Stationen 54 bis 61] als auch der
- Sitz der II. Oberinspektion [Stationen 29 bis 61] (H78: 101).

Personal; OT = Obertelegraphist, UT = Untertelegraphist, TB = Telegraphenbote

Personal OT61
)

Ereignis: Als 1841 das Schloß als Residenz des Prinzen von Preußen hergerichtet wurde, der hier als Militärgouverneur am Rhein und in Westfalen seinen Standort aufschlug, wurde die Etage [mit der OT-Station] vom übrigen Schloß abgetrennt und durch eine eigene Treppe vom Hof aus zugänglich gemacht (H78: 101).

Beschilderung: ohne

4.3 Erbauung, Nutzung und Eigentümer des Kürfürstlichen Schlosses

Sieben Kurfürsten wählten den Deutschen Kaiser

Bauplanung für das Schloss: Antoine-François Peyre

Bauzeit des Schlosses: 1777–1793 (http://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrstliches_Schloss_%28Koblenz%29, 01/2015)

Nutzung: Das Kurfürstliche Schloss in Koblenz war die Residenz des letzten Erzbischofs und Kurfürsten von Trier, Clemens Wenzeslaus von Sachsen, der es Ende des 18. Jahrhunderts erbauen ließ.  Später residierte hier für einige Jahre der preußische Kronprinz und spätere Kaiser Wilhelm I. als rheinisch-westfälischer Militärgouverneur.  Heute ist das Schloss Sitz verschiedener Bundesbehörden (http://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrstliches_Schloss_%28Koblenz%29, 01/2015).

Eigentümer ist seit 1960 die Bundesrepublik Deutschland (http://de.wikipedia.org/wiki/Kurf%C3%BCrstliches_Schloss_%28Koblenz%29, 01/2015).

5. Umgebung

5.1 Geographie

Koblenz (mundartlich: Kowelenz) ist mit 110 000 Einwohnern nach Mainz und Ludwigshafen die drittgrößte Stadt des Landes Rheinland-Pfalz und seit 1962 Großstadt mit Überschreiten der 100 000 Einwohnergrenze.  Die Stadt ist Sitz des Campus Koblenz der Universität Koblenz-Landau, der Verwaltung des Landkreises Mayen-Koblenz (MYK), der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (bis 1999 Bezirksregierung Koblenz), des Bundesarchivs, des Verfassungsgerichtshofs Rheinland-Pfalz sowie der Bundesoberbehörde Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.  1992 feierte Koblenz sein 2000-jähriges Bestehen und gehört damit zu den ältesten Städten Deutschlands. Entdecken Sie die Sehenswürdigkeiten der Stadt an Rhein und Mosel unter http://www.koblenz-touristik.de/kultur/sehenswertes-koblenz.html.

Der ursprüngliche lateinische Name Confluentes (deutsch: die Zusammenfließenden) leitete sich von der Lage der Stadt an der Mündung der Mosel in den Rhein am sogenannten Deutschen Eck ab.  Bis 1926 war die Schreibweise der Stadt Coblenz.  Koblenz wird begrenzt von den Ausläufern des Hunsrücks im Süden und der leicht hügeligen Landschaft des Maifeldes (Ausläufer der Eifel) im Westen.  Die rechts des Rheins gelegenen Stadtteile liegen in den Ausläufern des Westerwaldes (http://de.wikipedia.org/wiki/Koblenz).

5.2 Geologie & Terroir

Das Kurfürstliche Schloß steht auf mehrere Meter mächtigen Sedimenten des Rheins, die im späten Quartär abgelagert wurden und die weniger als 100 000 Jahre alt sind.  Das Quartär liegt auf Unter-Devon (Peter Schäfer, Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz).  Somit gibt es zwischen dem Unter-Devon und dem Quartär eine gut 400 Millionen Jahre umfassende Schichtlücke, d. h., dort ist die Erdgeschichte der letzten gut 400 Mill. Jahre kaum durch Gestein dokumentiert.

Der Zeitabschnitt 404,5–392 Mill. Jahre (Stratigraphische Tabelle von Deutschland 2002) hieß weltweit für viele Jahrzehnte nach der Stadt Koblenz „Coblentz“.  Später wurde er umbenannt in „Ems“ nach dem Ort Bad Ems an der Lahn, die leicht südlich von Koblenz in den Rhein mündet (Bild, MM).

Terroir ist ein Übergriff für einen Boden und ein Lokalklima, auf und in dem Weinreben gedeihen und ein guter Wein reift.  Rheinland-Pfalz ist damit reich gesegnet und das deutsche Weinland Nummer 1.  In ihm liegen sechs der 12 deutschen Weinanbaugebiete: (1) Rhein-Hessen, (2) Mittelrhein, (3) Mosel, (4) Pfalz, (5) Ahr und (6) Nahe!  In den vergangenen Jahrzehnten ist dort die Güte des Weins durch „Arbeit im Weinberg“ außerordentlich und anerkanntermaßen gesteigert worden.  Der Riesling galt ohnehin schon immer als der Wein Deutschlands, jetzt hat er insbesondere im größten deutschen Anbaugebiet, in Rhein-Hessen, bemerkenswerte Zuwächse (Bilder).

Ton und aus ihm gefertigte Keramik sind ein zweites Markenzeichen von Rheinland-Pfalz.  Im Kannenbäckerland im Westerwald gibt es die größten Tonvorkommen Europas (Bilder).

5.3 BUGA 2011, Rhein & Burgen, Loreley

2011 fand die Bundesgartenschau in Koblenz statt.  Die IG4 besuchte die BUGA 2011 am 16.04.2011.  Am Anreisetag, dem 15.04. besichtigten die IG4 und ihre Gäste die Telegraphenstationen 57, 58 und 59 und die Koblenzer Innenstadt.  Am Abreisetag, dem 17.04., genoß sie eine Schiffsfahrt auf dem Rhein von Koblenz bis St. Goarshausen, kurz vor der Loreley, und zurück.  Die nicht datierten Fotos im Kapitel 5.3 stammen von diesen Touren.

Grundlegende Informationen zur Stadt Koblenz sind zu finden in Kapitel 5.1 und vor allem in http://de.wikipedia.org/wiki/Koblenz.

Die BUGA Koblenz 2011 war auf vier Standorte verteilt: linksrheinisch an oder nahe der Station Nr. 61 (1) das Kurfürstliche Schloss und (2) der Blumenhof am Deutschen Eck sowie rechtsrheinisch nahe oder um die Station Nr. 60 herum (3) die Festung Ehrenbreitstein und (4) das Festungsplateau nördlich der Festung.

Rheinland-Pfalz ist eine Reise wert: Auf der BUGA 2011 wurde dies den Besuchern u. a. anhand von Bannern eindrucksvoll vermittelt.

Die Loreley (Lorelei) ist ein Felsen aus verwitterungsbeständigen devonischen Schiefern im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.  Der Blick von oben auf die Rheinkurven und auf Sankt Goarshausen mit der Burg Katz ist ein Anziehungspunkt für Touristen.  Loreley ist auch der Name einer Nixe auf diesem Felsen.  Der aus dem 19. Jh. stammenden Legende zufolge kämmte sie dort ihre langen, goldenen Haare und bannte die Schiffer mit ihrem Gesang.  Diese achteten trotz gefährlicher Strömung nicht mehr auf den Kurs, sodass ihre Schiffe an den Felsen im Rhein zerschellten (http://de.wikipedia.org/wiki/Loreley, 01/2015).

5.4 Gewerbe und Produkte

  • Bier wird in der Koblenzer Brauerei direkt am Rhein gebraut (Bild).  Sie geht auf die Königsbacher Brauerei aus dem Jahr 1689 zurück.
  • Deinhard-Sekt ist überregional bekannt (Bild).
  • Das Amt für Wehrtechnik & Beschaffung ist für die Bundeswehr von zentraler Bedeutung (Bild).

mehr in: http://de.wikipedia.org/wiki/Koblenz#Wirtschaft

5.5 Gaststätten & Quartiere

http://www.koblenz-touristik.de/kulinarisches/gastronomie.html

6. Kontakte

  • Amt für Stadtvermessung und Bodenmanagement, Leiter Sachgebiet 3 (Liegenschaftsvermessung, Verwaltung, Geodatenauskünfte, Reproduktion) Willi Rüdel, Bahnhofstraße 47, 56068 Koblenz, Postfach 201551, 56015 Koblenz, Tel.: 02 61 – 1 29 32 12; Fax: 02 61 – 1 29 32 00, vermessungsamt@stadt.koblenz.de
  • Stadtarchiv, Peter Kleber, Tel.: 02 61 – 129 26 43, stadtarchiv@stadt.koblenz.de
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Dr. Anita Kaiser-Lahme, Direktorin Burgen, Schlösser, Altertümer; Festung Ehrenbreitstein, 56077 Koblenz, Tel. 02 61 – 66 75 15 01, a.kaiser-lahme@landesmuseumkoblenz.de (PF)

7. Information

7.1 Internet

 

7.2 Schriften

Bellinghausen, H. (1931): Die erste Telegraphenlinie Deutschlands. – Koblenzer Heimatblatt, 11; Koblenz.

Coblenz und seine Umgebung (1842): S. 14; Coblenz.

Coblenzer Zeitung (1914, Nr. 309, 08.07.): Stadt u. Land [Felsabstürze, Telegraphenberg]; Koblenz.

Kleber, Peter (2011): e-mail 29.04.2011, Stadtarchiv Koblenz.

Korella, G. (1971): Die Stationen der ehemaligen optischen Telegraphenlinie Berlin–Koblenz im Bezirk der OPD Koblenz. – Mittelrheinische Postgeschichte, 1971, 2; Koblenz.

Korella, G. (1973): Über das Betriebspersonal an der ehemaligen optischen Telegraphenlinie Berlin-Koblenz im Bereich der OPD Koblenz. – Mittelrheinische Postgeschichte, 21: 1/2; Koblenz.

Winterscheid, T. (2003): Die optische Telegraphenlinie Berlin–Koblenz. Heimatjahrbuch 2003 Landkreis Neuwied: 203–214; Neuwied.

Zimmermann, K. (1936): Die Entwicklung der Zeichen im Telegraphenverkehr. – Festschrift zur 19. Wiedersehensfeier der Nachrichtentruppe in Koblenz vom 4. bis 6.7.1936: 57–61; Koblenz.

Die Stationen 61 Koblenz Schloss und 60 KO-Ehrenbreitstein auf dem wohl schönsten Bild zur preußischen Telegraphenlinie, dem Ölgemälde von A. WITTHOF von 1836 (Mittelrhein-Museum Koblenz, Information: Stadtarchiv Koblenz, P. KLEBER 05/2011, Montage: AH 12/2014)
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Die Stationen 61 Koblenz und 60 KO-Ehrenbreitstein auf dem wohl schönsten Bild zur preußischen Telegraphenlinie, dem Ölgemälde von A. WITTHOF von 1836 (Mittelrhein-Museum Koblenz, Information: Stadtarchiv Koblenz, P. KLEBER 05/2011, Montage: AH 12/2014)

8. Öffnungszeiten

nicht zugänglich