Station 6: Schenkenberg Telegraphenberg
1. Zuordnung
2007 Land Brandenburg (BB), Kreis Potsdam-Mittelmark (PM), Gemeinde Groß-Kreutz, Ortsteil Schenkenberg
1835 Königreich Preußen, Kreis Zauch-Belzig, Ortsbereich Jeserich, Stationsstelle Schenkenberg (Herbarth 1978: 46/47; Kabinettsorder F.-Wilhelm II. 1816)
2. Vormals
„Telegraph“ (Preußisches Urmesstischblatt 1839), „Telegraphenberg“ (ältere Karten: Info N. Hermsdorf), „Auf dem Schenkenberg bei Jeserich“ (Herbarth 1978: 64), Fliederberg (umgangssprachlich)
3. Anfahrt, Lage, Koordinaten, Höhe und Karte
Anfahrt: Per Auto in Jeserig von der B1 nach Süden die Schenkenberger Straße hinauf.
Lage: Die Station 6 befand sich auf dem Top des Schenkenbergs auf dem Grundstück der evangelischen Kirche an der Einmündung der Kastanienallee in die Kirschenallee im spitzen Winkel zwischen Kirschenallee und Fliederweg (K. Arlt). Das verwilderte Grundstück auf dem „Fliederberg“ ist heute vorwiegend mit Robinien und randlich mit Flieder bestanden. Seine Grenzen sind durch Reste eines Zauns noch zu erkennen.
Am ehesten ist der Ort von der Schule aus zu finden: die Station stand ~50 m östlich der (später errichteten) Schule.
Koordinaten: 52°23'30,5" N, 12°42'36,8" O nach Preußischem Urmesstischblatt und überzeugenden Indizien im Gelände
Höhe: 56 m
Größere Kartenansicht
4. Station
4.1 Grundstück, Gebäude und Baumeister
Das Grundstück wurde vom Eigentümer, Oberleutnant von Rochow, unentgeltlich zur Verfügung gestellt (Herbarth 1978: 64).
Zur Form des Gebäudes gibt es zwei Versionen:
Häuschen nach englischem Vorbild mit Beobachter- und Wohnzimmer (4,4 x 5 m) und Kammer (2,2 x 5 m), 2,8 m hoch, die Fenster durch Läden zu verschließen, hölzerner Anbau – vermutlich Stall und Abtritt; Garten. Über dem Beobachtungszimmer auf dem Dach eine umgitterte Plattform. Die Station ist zum Übernachten geeignet (Arlt 2007c: 14).
Stationsturm vom Typ 2 (Herbarth 1978: S. 168: Stationen 5, 6, 9, 18, 45, 60)
Der Turm wurde wegen des Flimmerns der Luft noch vor 1835 nachträglich um ein Stockwerk erhöht (Herbarth 1978: 64).
Baumeister: Major von Hessenthal, Commandeur, und Premier-Leutnant Buchard von der Garde-Pionier-Abteilung (Herbarth 1978: 63)
Betriebszeit: 1832 bis 1849
4.2 Personal, Ereignisse, Anekdoten und Verkauf
Personal:
Ereignisse:
Anekdoten:
Verkauf/Abbruch:
4.3 Nutzung, Eigentümer und Beschilderung
Nutzung I: „In den 1930er Jahren erinnerten noch ein umzäuntes Rasenstück, ein Grenzstein und eine eiserne Pumpe an die alte Station, an deren Stelle eine neue Kirche geplant war“ (Herbarth 1978: 64).
Nutzung heute: verwildert, vorwiegend mit Fliederbüschen und Robinien bewachsen
Eigentümer:
Beschilderung: noch kein Hinweis auf die Telegrafenzeit
5. Umgebung
5.1 Die Telegrafenstation – ein ungehobener Schatz
Die Telegrafenstation ist die historische Attraktion von Schenkenberg.
Sie kann Identität stiften, den Zusammenhalt unter den Bürgern festigen und Kinder an die Entwicklung ihrer Heimat heranführen. Der Telegrafenstandort macht Schenkenberg auch für Touristen interessant. Diese potenziellen Schätze sollten gehoben werden:
5.2 Vor-Ort-Information und Wegweiser für Touristen
So sollte am Ort der ehemaligen Station eine Telegrafenattrappe und/oder eine Informationstafel Besucher anziehen.
So sollten Wegweiser auf den Telegrafenstandort hinweisen und die Fahrt zu ihm erleichtern. Solche Wegweiser sind bereits an 19 Stationen in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz realisiert worden (www.optischerTelegraph4.de). Nahe der Station 6 könnten Wegweiser in Jeserig an der B1 (Bundesstraße 1) sowie an der Autobahnanschlussstelle Lehnin an der A2 und in Damsdorf und Trechwitz aufgestellt werden.
5.3 Der Telegraf als Identitätsstifter
So könnte der dreieckige Platz, den die Kastanienallee und die Kirschenallee umschließen, „Telegrafenberg“ oder „Am Telegrafenberg“ getauft werden. Das wäre ein markanter Name und eine unverwechselbare Marke für die unbenannte Ortsmitte.
So könnte sich eine der drei Gaststätten von Schenkenberg „Zum Telegraphen“ oder ähnlich nennen. Für die Innenausstattung der Gaststätte stellt die Interessengemeinschaft 4 Potsdam gern Bilder und Informationen zur optischen Telegrafie zur Verfügung.
5.4 Das Jubiläum 80 Jahre Schenkenberg 2008
Vom 11. bis 13. Juli 2008 feierte Schenkenberg seinen 80. Geburtstag; der Ort ist somit ausgesprochen jung (www.empor-schenkenberg.de/80-jahre/start.html). Er wurde zunächst von Zuwanderern aus Westfalen besiedelt. Ältere kennen noch den Namen Telegrafenberg.
5.5 Die Schule
Als die neue Schule nach 9 Monaten Bauzeit am 18.12.1930 eingeweiht wurde, begann sie mit 108 Schülern. Baumeister Rinne von der Norddeutschen Baugesellschaft übergab den Schlüssel an Regierungsbaurat Decker. Dieser wies in seiner Rede auf die Bedeutung der Sandsteinfiguren an den Ecken des Gebäudes hin: Huhn, Hund, Ente und Hasen sind ein Sinnbild für die Beschäftigung Schenkenberger Siedler. Daneben zieren zwei Schalentragende Kinder die Längsseiten. Zur Schule gehört ein Haus mit Wohnungen für zwei Lehrer (Unverricht 1997).
5.6 Geographie und Geologie
Der Schenkenberger Telegrafenberg liegt auf dem westlichen Glindower Plateau 56,4 m über NN. Er wird von Weichsel-kaltzeitlichen Schmelzwassersanden (115 000 – 11 500 Jahre) aufgebaut, die von mächtigen Grundmoränen (Geschiebemergel) der Saale-Kaltzeit (380 000 – 128 000 Jahre, Gibbard et al. 2004) unterlagert werden (N. Hermsdorf; www.stratigraphie.de).
5.7 Gaststätten & Quartiere
Haus Schenkenberg, Speisegaststätte und Pension, 150 m südlich der Station, Mo. – Mi. 11.00 – 14.00 + 18.00 – 22.00; Do. Ruhetag; Fr. 18.00 – 23.00; Sa. 11.00 – 14.00 + 18.00 – 23.00; So. 11.00 – 22.00, Tel. 03 32 07 – 31 8 12
Sportheim, Di. – So. 17.00 – 22.00; Mo. Ruhetag, Tel. 03 32 07 – 5 12 14, Karin Botor
Kind´l Stübl, Kastanienallee, Mo. – Fr. 8.00 – 21.30; Sa. – So. 8.00 – 12.00
6. Kontakte
6.1 Bürgermeister Christian Sommer, Wustermarker Str. 48, 14550 Groß Kreutz, OT Schenkenberg, Tel. d. 0 33 81 – 70 24 39, p. 03 32 07 – 5 18 44, Funk: 0172 – 94 94 256, e-mail: sommer-schenkenberg@t-online.de
7. Information
7.1 Internet
www.empor-schenkenberg.de/80-jahre/start.html
7.2 Schriften
Unverricht, W. (1997): Schenkenberg 70 Jahre selbständige Landgemeinde. – Brandenburg a. d. Havel (Schmidt-Röhmhild Verlagsgesellschaft mbH).
8. Öffnungszeiten
unbeschränkt zugänglich
9. Zur Station Nr. 7
Luftlinie: 11,3 km (PS)
Telegraphenradweg: ? km (Autor ?)
Telegraphenstraße: ? km und ? m Fußweg (Autor ?

- Von der Station 6 zur Station 7: Schenkenberg – Brandenburg a. d. Havel (Routenvorschlag: MM, Graphik: AH, © GeoBasis-DE/LBG 20_, GB – D 23/10, Datengrundlage: DTK 50 (2002), Dank an die Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (www.geobasis-bb.de) für die freundliche Unterstützung. (Hohe Auflösung)
