Station 34: Schwaney Brocksberg

0. Ereignisse 2014

1. Zuordnung

2007 Bundesland Nordrhein-Westfalen (NW), Kreis Paderborn (PB), Gemeinde Altenbeken (01.01.1975), Ortsteil Schwaney (www.schwaney.de, http://de.wikipedia.org/wiki/Schwaney)
1835 Königreich Preußen, Regierungsbezirk Minden, Kreis Paderborn, Gemeinde Schwaney, Stationsstelle Broxberg (H78: 46)

2. Vormalige Namen

Buke,  Bucke, Schwanei,Broxberg, Brocks Berg
1835 hatte die Telegrafenverwaltung die Station Nr. 34 zunächst fälschlich als Buke ausgewiesen (H78: 74).
Die Ursache hierfür dürfte in dem Weg der Inspektoren zur Station liegen, der wohl über Buke, aber eher nicht über Schwaney führte (Menning et al. 2012).

3. Lage, Koordinaten, Höhe und Karten

Lage: östlich Paderborn, am äußersten Rand der Paderborner Hochfläche, südlich und nahe der B64, nordwestlich Schwaney

Koordinaten: 51°43'23,2" N,  08°54'16,6" O (H. W. Wichert; Einmessung: J. Viehoff)

Höhe: Station: 368 m (H78: 74)


Größere Kartenansicht

 

Höhenprofil der Stationen: Ausschnitt aus dem Telegraphenbuch III: Abb. 5 (© MENNING et al. 2012)

Höhenprofil der Stationen: Ausschnitt aus dem Telegraphenbuch III: Abb. 5 (© MENNING et al. 2012)

Druckfähige Auflösung (2000x816), 2,95 MB

 

4. Station

4.1 Grundstück, Gebäude, Bauherr und Kosten

Grundstück: 61 ½ Quadratruten (H78: 74) [≈ 873 m2]

Gebäude: „Das Haus besaß nur einen Giebel aus Fachwerk an der Westseite, an dem sich der zweistöckige Turm erhob.  Ein einseitig abgewalmtes Satteldach mit einem kleinen Dachfirst bedeckte das Haus.  Die Verlängerung der einen Dachseite über die Außenmauer der Station hinaus bildete das Pultdach des Staallgebäudes aus Fachwerk, in dem sich zwei Ställe und ein Abtritt [Toilette] befanden.  Rechts und links des Turmes führten die Eingangstüren in je einen Küchenflur, welche mit Herd, Rauchfang und einer Treppe zum Dachgeschoß ausgestattet waren.  Hinter jedem Flur lag eine Stube.  Das Dachgeschoß war in eine Giebelstube und in zwei Kammern aufgeteilt.  Das eigentliche Dienstzimmer war vom Dachboden zugänglich und wie die beiden Wohnstuben mit eisernen „Zirkulieröfen“ versehen“ (H78: 74).  Das Gebäude war 32 ½ Fuß lang und 25 Fuß breit (etwa 10,20 x 7,85 m).  Das Dach trug Sollingplatten.  Der an der Norwestseite 11 Fuß vorspringende Telegraphenturm hatte eine Zink-bedeckte Plattform (Heinz Küting 1963 über F. Striewe 04/2014, beide Schwaney).

Bauherr: Ingenieurhauptmann Wittich, Garnisonsbaudirektor in Münster (H78: 76)

Baukosten: 2261 Taler (H78: 74)

Betriebszeit: 1833 bis 1849

4.2 Personal, Ereignisse, Anekdoten, Verkauf und Abbruch

Personal (Küting 1963 über F. Striewe 2014):
- 1839 Telegraphist Wilhelm Treu
- 1843 Telegraphist Carl Bredter aus Köln
- 1843 Obertelegraph Heinrich Gottfried Rösener (59), verstirbt am 24. Mai.
- 1849 Telegraphist Friedrich Gebert verstirbt am 11. Mai.  Er ruht mit Rösener auf dem Schwaneyer Friedhof.
- Seit 1856 bewohnte der pensionierte Telegraphist Gebert ein eigenes kleines Fachwerkhäuschen mit der Nr. 200 nahe der Mühle, das am 28. Dezember 1893 völlig abbrannte.

Ereignisse:

Anekdoten:

Verkauf und Abbruch: „Der bis zum Verkauf erlittene Werteverlust wurde mit einem Fünftel beziffert, so dass sich ein Schätzwert für die Station von 1809 Talern ergab.  In Anbetracht der ungünstigen Wohnlage auf dem 368 m hohen Brocksberg setzte man den Materialtageswert auf 300 Taler fest.  Da das Telegrafengebäude nicht den gesetzlichen Anforderungen an eine Ansiedlung entsprach, empfahl man der Telegrafendirektion, das Haus auf Abbruch meistbietend zu veräußern.  Bei dem Verkaufstermin am 30. Juli 1850 erhielt Ignatz Ahle, genannt Richtmeyer, zu Dahn [F. Striewe 04/2014: Richtsmeyer zu Dahl] den Zuschlag für das Gebot von 165 Talern, mit der Auflage, das Haus innerhalb von drei Monaten niederzureißen“ (H78: 74).

4.3 Grabung, heutige Nutzung, Eigentümer und Beschilderung

Grabung: In den 1980er Jahren fand H. W. Wichert, nachdem er anhand von Karten den Standort der Station eingrenzen konnte, bei Grabungen Baumaterial, das mit großer Wahrscheinlichkeit von der Station stammen dürfte (H. W. Wichert, mdl. Mitt. 01/2009).  Spätere Grabungen von H. W. Wichert und R. Koch sowie von H. W. Wichert, R. Koch und F. Striewe verfestigten diese Ergebnisse (F. Striewe, mdl. Mitt. 01/2009).

Heutige Nutzung: Ackerflur

Eigentümer: Johannes Striewe, Schwaney (F. Striewe 04/2014)

Beschilderung: eine standardisierte Stationstafel und ein standardisierter Wegweiser wurden im Frühjahr 2009 aufgestellt (Bilder).
Text zur Stationstafel (pdf) von Frank Striewe.

5. Umgebung

5.1 Geographie

Die Station lag am östlichen Rand der Paderborner Hochfläche.  Der Ort Schwaney liegt südöstlich der Station und der Hochfläche rund zwölf Kilometer östlich von Paderborn am westlichen Fuß des Eggegebirges im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge (http://de.wikipedia.org/wiki/Schwaney).

5.2 Geologie

Die Station steht auf Gesteinen der Ober-Kreide, die hier ca. 92 Millionen Jahre alt sind.  Sie gehören in die Turon-Stufe, die Plänerkalk-Gruppe und speziell in die Oerlinghausen-Formation (M. Hiß 01/2010).

5.3 Geschichte, Kultur, Bildung, Sehenswürdigkeiten und Tourismus

Schwaney http://de.wikipedia.org/wiki/Schwaney, http://www.schwaney.de/
Kath. Pfarrkirche St. Johannes Baptist – konsektiert am 26. Oktober 1898
Antoniusbildstock an der Strasse „Auf dem Heng“
Eisenbahn-Viadukt in Altenbeken http://de.wikipedia.org/wiki/Altenbekener_Viadukt
Paderborn www.paderborn.de
Das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) in Paderborn ist das größte Computermuseum der Welt (Stand 2006). Es ist benannt nach dem Paderborner Computerpionier Nixdorf www.hnf.de/‎, de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Nixdorf_MuseumsForum. Ein interessanter Artikel in "Potsdamer Neue Nachrichten" vom 16.01.2010 „Eine amüsante Sonderausstellung im Paderborner Nixdorf-Museum“ (pdf)
Kaiser-Karl-Turm http://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser-Karls-Turm
Ruine Iburg http://de.wikipedia.org/wiki/Iburg_(Bad_Driburg)

Fahrradrouten, Wanderwege: Eggegebirgsverein Schwaney (www.egv-schwaney.de)

5.4 Gewerbe und Produkte

www.schwaney.de/index.php/gewerbeseiten

5.5 Gasthöfe, Pension & Ferienwohnungen

Gasthof und Pension Uhlengrund, Familie Rüsenberg, Osningstr. 17, 33184 Altenbeken-Schwaney, Tel./Fax: 052 55 – 16 40, info@uhlengrund.de, www.uhlengrund.de, Mo Ruhetag
Gasthof Lerch, Paderborner Str. 1, 33184 Altenbeken-Schwaney, Tel.: 052 55 – 61 53
Ferienwohnung Engemann, Osttorstraße 38 33184 Altenbeken-Schwaney, Tel.: 052 55 – 93 03 39
Ferienwohnung Eggeblick, Familie Nübel, An der Gräfte 3, 33184 Altenbeken-Schwaney, Tel.: 052 55 – 93 07 68, info@ferienwohnung-eggeblick.de, www.ferienwohnung-eggeblick.de

6. Kontakte

Gemeinde Altenbeken, Ortsheimatpflege, Frank Striewe, Ringstraße 32, Altenbeken-Schwaney, Tel. 052 55 – 93 22 11, f.striewe@schwaney.de (PF); www.heimatpflege-altenbeken.de
Prof. Hans-Walter Wichert, 33184 Altenbeken, Am Hammer 16 / Haus Durbeke, Tel. d. 052 55 – 999 140, awp@wel.de

Heinz Nixdorf MuseumsForum Paderborn, Fürstenallee 7, 33102 Paderborn, Kurator Nachrichtentechnik: Dr. Jochen Viehoff, Tel. 052 51 – 30 69 93, JViehoff@hnf.de

 

7. Information

7.1 Internet

www.schwaney.de, http://de.wikipedia.org/wiki/Schwaney

7.2 Schrift

Heinz Küting (1963): Zur Geschichte eines tausendjährigen Siedlungsraumes.

8. Öffnungszeiten

frei zugänglich

9. Zur Nachbarstation

Luftlinie: 7,9 km und zur Station Nr. 33  7,0 km (TBIII: Tab. 2)

zu Fuß: 12,1 km (F. Striewe)

Fahrrad: 13,7 km und 160 Höhenmeter (F. Striewe)

Auto: 12,6 km (F. Striewe)

 

Von der Station 34 zur Station 35: Schwaney – Dörenhagen (Routenvorschlag und Markierung: F. STRIEWE 2010)

Von der Station 34 zur Station 35: Schwaney – Dörenhagen (Routenvorschlag und Markierung: F. STRIEWE 2010)

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