Station 54: Söven Am Telegraph

1. Zuordnung

Wappen Hennef (Sieg)

2015 Nordrhein-Westfalen (NW), Rhein-Sieg-Kreis (SU), seit 1934 Stadt Hennef (Sieg), Ortsteil Söven http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B6ven

1835 Königreich Preußen, Regierungsbezirk Cöln, Kreis Siegburg, Ortsbereich Söven, Stationsstelle 54 (H78: 46)

2. Name

Soeven

3. Lage, Adresse, Koordinaten und Karten

Lage: in Söven südlich des Stadtzentrums von Hennef

Adresse: Am Telegraph 7, 53773 Hennef

Koordinaten: 50°45'09,2" N,  07°16'44,2" O

Höhe: 192 m

Größere Kartenansicht

 

Höhenprofil der Stationen: Ausschnitt aus dem Telegraphenbuch III: Abb. 5 (© MENNING et al. 2012))

Höhenprofil der Stationen: Ausschnitt aus dem Telegraphenbuch III: Abb. 5 (© MENNING et al. 2012)
Druckfähige Auflösung (2000x814), 751 KB

Relief mit der Station 54 (Foto: MM 04/2012, Graphik: AH 04/2014)

Relief mit der Station 54 (Foto: MM 04/2012, Graphik: AH 04/2014)
Druckfähige Auflösung (2000x1256), 1,73 MB

4. Station

4.1 Grundstück, Auftraggeber, Gebäude, Baumeister und Betriebszeit

Grundstück: -

Auftraggeber: Garnisonsbaudirektor des VIII. Armeekorps in Koblenz, Ingenieurhauptmann von Mühlbach (H78: 84).

Gebäude: Das Wohnhaus für die beiden Familien der Telegraphisten maß 110 m2, das Grundstück 1800 m2  (siehe Grundriss in der folgenden Galerie Bild 1).

Baumeister: -

Betriebszeit: 1833 bis 1852

4.2 Personal und Verkauf

Personal: (1) OT Johann Carl Müller (1840 + 1842), UT Valentin Herzog (1847) lt. Kirchenbüchern (J. E. Hammer: Der Telegraph in Söven); (2) UT Johann Anton Liebner (1842) vorher Station 58 (Jahrbuch Landkreis Neuwied 2003), (1) + (2) in schriftl. Mitt. H. Drope 16.02.2010; (3) OT Johann Carl Müller (1833–1852, danach zum Postdienst), UT Karl Friedrich Lemme 1835–1852, danach zum Postdienst (Fuchs 10.02.2010), (4) Lemme siehe auch Stationen 19 + 28 + evtl. 1 (Fuchs nach Acta Personalia, Geh. Staatsarchiv), Herzog 1852 zum elektr. Telegraphen Hamm (Zabel nach Provinz Westfalen), beide in schriftl. Mitt. H. Drope 16.02.2010.

Verkauf: Die Gemeinde kaufte das Gebäude (Rohrmoser-von Glasow 2008).

4.3 Nachnutzung und Rekonstruktion

Nachnutzung in den 1850 Jahren ff
(1) von 1859 bis 1923 Schule (de.wikipedia.org/wiki/Söven)
(2) Die Gemeinde kaufte das Gebäude und richtete 1854 eine Schule ein.  1907 kam ein Anbau dazu.  In ihm entstanden 1923 vier kleine Wohnungen: „Das waren die ersten Sozialwohnungen Hennefs“ (Rohrmoser-von Glasow 2008).

Rekonstruktion in den 1970er Jahren
Josef Emanuel Hammer kaufte den Telegrafen 1973 für 50 000 D-Mark von der Stadt Hennef.  „Ein Jahr später war die Renovierung abgeschlossen, aus dem baufälligen Denkmal war ein ansehnliches Refugium geworden.  Auch der 160 m2 große Anbau wurde in Stand gesetzt.“  Die Rekonstruktion der Station zu einem schicken Wohnhaus kostete fast eine Million DM.  Familie Hammer zog 1974 ein.  Sie richtete im Laufe der Jahre dort noch ein Privatmuseum ein (Bilder).  Sogar zwei Fernrohre hat Herr Hammer nach einem Original wieder anfertigen lassen.  Besondere Mühe hat er sich mit einem informativen Buch gemacht, das er im Eigenverlag herausgab: „Der Telegraph in Söven – Ein Mosaikstein der Geschichte“ (Rohrmoser-von Glasow 2008).

4.4 Heutige Nutzung, Eigentümer und Beschilderung

Heutige Nutzung: Wohnhaus

Eigentümer: Emanuel Hammer

Beschilderung: ohne

Die Serbischen Fichten im Vorgarten des Hauses (Bild 1 der folgenden Galerie) sind bei der Rekonstruktion der Station gepflanzt worden.  Sie wurden wegen Starkwuchses zwischen 1995/99 gefällt und durch heimische Gewächse ersetzt (E. J. Hammer).

5. Umgebung

5.1 Geographie

Söven hat 900 Einwohner.  Es liegt am Rand von Westerwald und Siebengebirge im Naturpark Bergisches Land (03/2015).

Die Metropolen Köln und Bonn sind ca. 30 km bzw. 16 km entfernt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln günstig und schnell zu erreichen.  Vor der Haustür liegt das herrliche Siegtal (http://www.hennef-soeven.de/html/soven.html).

5.2 Geologie

Die Station steht auf Schichten des Pliozäns, dem jüngsten Teil des Tertiärs (5,3 bis 2,6 Millionen Jahre).  Darunter folgen nach einer Schichtlücke von rund 400 Millionen Jahren! Schichten des Unterdevons.

5.3 Geschichte, Kultur und Bildung, Sehenswürdigkeiten und Tourismus

Geschichte: 1146 wurde der Ort in einer Schenkungsurkunde als Suuene erwähnt.  Söven ist seit 1555 nachgewiesen.  Im Mittelalter und der frühen Neuzeit gehörte der Großteil Sövens zu diversen Klöstern, so zum Zisterzienserinnen-Kloster Zissendorf.  In Söven ging im Laufe der Jahrhunderte fast aller Boden in geistlichen Besitz über.  Söven war - wie die anderen Dörfer der Hennefer Obergemeinde - bis gegen 1950 mit über 90 Prozent der Bevölkerung fast rein katholisch.  Die Kapelle, die in Eigeninitiative der Dorfbewohner erbaut und gepflegt wude, war zwar nie eine richtige Kirche, spielte aber im religiösen Leben des Dorfes stets eine wichtige Rolle.

Kultur und Bildung: Als Wahrzeichen von Söven gilt der Telegraph (Haus Hammer).  Altpreußische Beamte versahen den Dienst auf der Station; sie waren, wie die Sövener Schulchronik beschreibt, wegen der “Überschwemmung des Landes mit Preußischen Beamten” ziemlich unbeliebt.  1859 wurde der stillgelegte Telegraph umgebaut und Söven hatte wieder eine Schule (http://www.hennef-soeven.de).

Sehenswürdigkeiten: Eine 1,6 km lange, landschaftsprägende Birnenallee ziert die Blankenbacher Straße von Söven Richtung Uthweiler.  Sie ist bereits auf Luftbildern von 1934 zu sehen.  Neben der Tafelbirne Köstliche aus Charneux stehen hier zwei alte Regionalsorten.  Einige Bäume sind Schätzungen zufolge wahrscheinlich an die 200 Jahre alt.  2013 wurden die Bäume grundlegend gepflegt und 55 Jungbirnen gepflanzt.

Tourismus: „Söven besticht durch eine gelungene Mischung aus der Nähe zur Stadt Hennef und seinem ländlichen Charme.“
http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%B6ven

5.4 Gewerbe und Arbeit

Neben der alten ackerbaulichen Prägung des Dorfes gab es um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert Quarzit-Steinbrüche [Quarzit = stark verfestigter Sandstein].  Die Landwirtschaft und das Handwerk waren wesentliche Grundlagen für die stattliche Anzahl der Familien.  Dennoch arbeiteten die meisten Sövener in Fabriken in Deutz, Troisdorf und Siegburg (http://www.hennef-soeven.de).

5.5 Gaststätten & Quartiere

 

6. Kontakt

Emanuel Hammer (1) Postfach 1240, 53759 Hennef, (2) Am Telegraf 7, 53773 Söven

7. Information

7.1 Internet

www.hennef-soeven.de/html/der_telegraph.html

7.2 Schriften

HAMMER, J. E. (197x): Der Telegraph in Söven – Ein Mosaikstein der Geschichte. – Eigenverlag von J. E. Hammer (zitiert in: Rohrmoser-von Glasow 2008).

ROHRMOSER-VON GLASOW, R. (2008): Der Wink mit dem Flügelpaar. – Kölner Stadtanzeiger, 09.09.2008; Köln.

8. Öffnungszeiten

ohne

9. Zur Nachbarstation Nr. 55

Luftlinie: 10,7 km und zur Station Nr. 53: 12,5 km (TBIII: Tab. 2)

Telegraphenradweg: X km (Autor: NN)

Telegraphenstraße: X km und X m Fußweg (Autor: NN)