Station 36: Helmern Am Telegraf

0. Ereignisse 2015

2015 wird Helmern (Station 36) 1000 Jahre alt.

1. Zuordnung

2009 Bundesland Nordrhein-Westfalen (NW), Kreis Paderborn (PB), Stadt Bad Wünnenberg (www.bad-wuennenberg.de/‎) (de.wikipedia.org/wiki/Bad_Wünnenberg), Stadtteil Helmern(de.wikipedia.org/wiki/Helmern_(Bad_Wünnenberg))

1835 Königreich Preußen, Regierungsbezirk Minden, Kreis Büren, Gemeinde Helmern, Stationsstelle 36 (H78: 46)

2. Namen

Stationsstelle ohne Namen (Karte von 1835 in H78: 46).  Der Volksmund nennt den Ort der Station Nr. 36 „Am Telegraf“ (A. Finke, mdl. Mitt. 01/2009; Finke ca. 1985).

Der Flurname ist „Auf der Höhe“ (B. Lötfering, mdl. Mitt. 01/2009 nach Katasterkarte 1:2 500 von 1834).  Der Name „Eiler Berg“ ist falsch, denn von dort gibt es keine Sicht zur Station Nr. 35 in Dörenhagen (Busch) (Finke ca. 1985).

3. Anfahrt, Lage, Koordinaten, Höhe und Karte

Anfahrt: A44, AS Haaren – in Haaren: Paderborner Str. (L636) – Helmerner Str. – in Helmern: Westfalenstr. (L754) – rechts ab in Zum Sonneborn (bis in die Feldflur) – links ab in die Sintfeldhöhenstraße.

Lage: An der Sintfeldhöhenstraße südöstlich des Ortes nahe des OT-Schaukastens mit Bank (Bilder).

Koordinaten: 51°33'57" N,  08°46'25" O (A. Finke nach dem Preußischen Urmesstischblatt von 1838, heute Blatt 4418 Wünnenberg)

Höhe: 383 m (PS nach TK25), aber: 387 m (H78: 74), TOP des Vossbergs: 387,6 m (TK25)

Größere Kartenansicht

 

4. Station

4.1 Grundstück, Gebäude, Brunnen und Bauherr

Grundstück: Ackerland von Adam Fromme (Wedekin 1975): 124 Quadratruten [-1760 m2] mußten zwangsweise abgetreten werden (H78: 74).

Baubeginn: 29. Juli 1833 (Wedekin 1975).

Gebäude: 30 x 23 1/1 Fuß, 1 ½-Stein starke Außenmauer aus Backsteinen, einseitig nach Südosten abgewalmtes, schiefergedecktes Satteldach, 9 ¾ x 11 ½ Fuß großer zweistöckiger Turm an der Westseite [NW-Seite], Baukosten: 2495 Taler, Eingangstüren rechts und links des Turms zu den Küchenfluren mit Kohleherd und Rauchfang, von dort in die Wohnstuben. Unter jedem Flur ein kleiner Balkenkeller, nur eine Treppe zu einer beheizbaren Dachstube und drei Kammern. Vom Vorflur dieser Räume zutritt zum Dienstzimmer, ohne Bodenraum.  „Der Stall schloß mit einem Pultdach an das Hauptdach des Wohngebäudes an“ (H78: 74).  Reste von roten Backsteinen, die nur auf die Station 36 zurückgehen können, hat der Landwirt J. Frömme beim Pflügen gefunden (A. Finke 2009, schriftl. Mitt.).

Brunnen: bei der Station.

Bauherr: Ingenieurhauptmann Wittich, Garnisonsbaudirektor in Münster (H78: 76).

Betriebszeit: 1833 bis 1849

4.2 Personal, Ereignisse, Anekdote und Verkauf

Personal: Am 01.07.1835 ließ Ludwig Waldeck, Telegrafist auf der Station 36 bei Helmern, in Neuenheerse ein Kind taufen (Wichert 2010, schriftl. Mitt.).

Ereignisse:

Anekdote:

Verkauf auf Abbruch: Durch seine exponierte Lage war das Haus sehr der Witterung ausgesetzt: 1849 waren die Mauern feucht und Fußböden und Fenster beschädigt.  Das Haus wäre deshalb höchstens als Wohnung für zwei Tagelöhnerfamilien infrage gekommen.  Da solche Familien aber kaum die Miete hätten aufbringen können, wurde das Haus meistbietend versteigert und am 28.07.1850 für 240 Taler auf Abbruch verkauft (H78: 74).
Die beiden Öfen aus dem Forsthaus sind nach Haaren gekommen.  1847 waren in Haaren die meist strohgedeckten Häuser einem Großbrand zum Opfer gefallen (aus dem Gemeindeprotokoll, J. Wedekin 11/2013; Information: B. Lötfering 04/2014).

4.3 Heutige Nutzung, Eigentümer, Beschilderung, Namensvorschlag

Heutige Nutzung: Ackerflur

Eigentümer: Landwirt Johannes Frömme (A. Finke).

Beschilderung: Am 03. Oktober 2009 hat der Heimat- und Verkehrsverein Helmern e.V. im Rahmen der alljährlichen Herbstwanderung die offizielle Eröffnung der Informationstafel an der Stelle gefeiert, wo die Station 36 gestanden hat.  Anwesend waren ca. 50 Einwohner von Helmern und Paderborn, die an der Wanderung zur Tafel und der anschliessenden Feier teilgenommen haben.  Auf dem Zeitungsbild von links: Hans-Jürgen Drabe (Vorsitzender), Helmut Hüwel (Volksbank Haaren), Georg Dahl (Ortsvorsteher Helmern), Dr. Konstantin Trachos (Schriftführer) und Anton Finke.  Nicht im Bild ist Winfried Menne (Bürgermeister Bad Wünnenberg).

Die Informationstafel in einem massiven Eichenrahmen entspricht denen im Kreis Bad Wünnenberg. Für die Eröffnung war sie in den Farben Schwarz-Weiss-Schwarz und Rot-Weiss dekoriert.  Der mit Abbildungen versehene Tafeltext stammt von Anton Finke und schildert anschaulich die Geschichte des Optischen Telegrafen (K. Trachos 2009, schriftl. Mitt).

Namensvorschlag: Ein unbenannter Weg könnte „Am Telegraph“ heißen.  Dafür kommt der unbenannte Weg in Frage, der 90 m nordwestlich der Station von der Sintfeldhöhenstrasse nach Norden abzweigt (bereits 1834 existent) oder ein später angelegter Weg, der 80 m südöstlich der Station von der Sintfeldhöhenstrasse nach Süden abzweigt (MM).

 

5. Umgebung

5.1 Geographie

Herrlicher Panoramablick vom Ort der Station zum Eggegebirge und zum Teutoburger Wald (mit Hermanns-Denkmal bei guter Sicht) (Bilder), zu Zechenanlagen bei Hamm (bei extrem guter Sicht), zum Zementwerke bei Beckum, zum Bürener Wald, zum Sauerland und nach Hessen (Finke ca. 1985).

5.2 Geologie

Die Station steht auf Schichten, die während der Ober-Kreide abgelagert wurden und ca. 92 Millionen Jahre alt sind.  Sie gehören in die mittlere Turon-Stufe, in die Plänerkalk-Gruppe und speziell in die Oerlinghausen-Formation (M. Hiß 01/2010).

Die Gesteine sind teilweise verkarstet, weil Wasser kalkige Bestandteile leicht löst und so Hohlräume schafft und rasch versickert.  Probleme damit hat die Landwirtschaft.

5.3 Geschichte, Kultur, Bildung, Sehenswürdigkeiten und Tourismus

de.wikipedia.org/wiki/Helmern_(Bad_Wünnenberg).

pdf mit 1 ¼ Seiten: Das Helmerner Wahrzeichen Dicke Linde: von Fürstenbischöfen, marodierenden Adligen, Grenzproblemen und Wüstungen zwischen 1390 und 1803

pdf mit 3 Seiten: Das Dorf Helmern im Wandel der Zeit: Hausnamen, Plattdeutsch, spärliche und bessere Ernten, Umsiedlungen, Einwohnerverzeichnis und Steuertabelle 1656

Dalheim mit Deutschlands einzigem Landesmuseum für klösterliche Kulturgeschichte (www.lwl.org/LWL/Kultur/kloster-dalheim/‎), Eintritt: 6 €, Klosterwirtshaus.  Das Kloster ist 7 km von der Station 36 entfernt und direkt von ihr über die Dalheimer Straße (K20) Richtung Südosten zu erreichen.

5.4 Gewerbe und Produkte

de.wikipedia.org/wiki/Helmern_(Bad_Wünnenberg)

5.5 Gaststätte

Gasthof Dahl GbR, Westfalenstr. 47, 33181 Bad Wünnenberg-Helmern, Tel. 029 57 – 9 96 51, mobil 01 72 – 37 17 15 4, info@gasthof-dahl.de, www.gasthof-dahl.de/

5.6 Quartiere

www.bad-wuennenberg.de/bad-wuennenberg-touristik/unternehmensverzeichnis/index.php

 

6. Kontakt

Anton Finke, Weststr. 16, 33181 Bad Wünnenberg-Helmern,  Tel. 029 57 – 3 30 (PF)

Dr. Konstantin Trachos, Zur alten Buche 18, 33181 Bad Wünnenberg-Helmern, Konstantin.Trachos@t-online.de

● Bernhard Lötfering, Fliederstr 9, 33181 Bad Wünnenberg-Haaren, Tel. p. 029 57 – 3 06, b.loetfering@web.de

7. Information

7.1 Internet

de.wikipedia.org/wiki/Helmern_(Bad_Wünnenberg)

7.2 Schriften

Finke, A. (um 1985): „Eiler Berg“ war nicht Standort. – Leserbrief, Westfälisches Volksblatt, Paderborn.

Gemmeke (1923): Der ehemalige optische Telegraph ... – Heimatborn, 3: Seite 45.

Wedekin, J. (1975): Telegrafenstation 37. – In: Haaren 1000 Jahre. Eine Dokumentation der Haarener Geschichte erarbeitet von der Arbeitsgemeinschaft zur Tausendjahrfeier: 191–192; Paderborn (Westfalen-Druckerei).

8. Öffnungszeiten

frei zugänglich

9. Zur Station Nr. 37

Luftlinie: 7,2 km und zur Station Nr. 35: 11,9 km (TBIII: Tab. 2)

Fahrrad: x km (x)

Auto und zu Fuß: x km (x)

Von der Station 36 zur Station 37: Helmern – Haaren (F. STRIEWE 06/2010)

Von der Station 36 zur Station 37: Helmern – Haaren (F. STRIEWE 06/2010)

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